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Full text of "Ueber den deutschen Buchhandel"

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^5-^ 



'Tii"-' 




U e b e r den , ■<^'^. 

deutschen BucMandeL 



Von 



Carl Wolf, 

der Philosophie und bejder Rechte Doctor, Priratdoeenten 
an der Ludwiors - Maximilians - Universität und 



bürgerlichem Buchdrucker« 



^^ 



München, 1829. 

Druck und Verlag von Dr. Carl Wolf. 



\ 



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^ Oo^l.U 



"BsF^nrö OollegG Wanxf 

VOB Manror Collectioa 

Ölft of A. C^ CooUdge 

July 18. ia04 






Dem 



fürstlich Leining^schen geheimen Rathe 



Herrn 



Benedict von Mieg! 



Ist gleich jeder Schriftsteller dem Pu- 
blicum Rechenschaft schuldig über die Ver- 
anlassung seiner Arbeit^ so ist diess um 
so mehr dann der Fall, wenn selbe hier 
und da MissbUligung des Bestehenden 
enthält; nur zu leicht legt man da dem 
Verfasser Beweggründe unter, an welche 
zu denken er weit entfernt war ; desshalb 
mag er denn auch gerechtfertiget erschei- 
nen, wenn er von seiner Individualität 
mehr, als es die Bescheidenheit erlauben 
möchte, spricht. 

Die gegenwärtige Lage des Buchhan- 
dels Deutschlands beschäftigte den Ver- 
fasser in jeder Beziehung seiner Thätig- 
Iceit; als Gewerbetreibender ist seine Be- 
schäftigung so sehr mit dem Buchhandel 



Xst gleich jeder Schriftsteller dem Pu- 
blicum Rechenschaft schuldig über die Ver* 
anlassung seiner Arbeit^ so ist diess um 
so mehr dann der Fall, wenn selbe hier 
und da Missbilligung des Bestehenden 
enthält; nur zu leicht legt man da dem 
Verfasser Beweggründe unter, an welche 
au denken er weit entfernt war ; desshalb 
mag er denn auch gerechtfertiget erschei- 
nen, wenn er von seiner IndiTidualität 
mehr, als es die Bescheidenheit erlauben 
möchte, spricht. 

Die gegenwärtige Lage des Buchhan- 
dels Deutschlands beschäftigte den Ver- 
fasser in jeder Be^^iehung seiner Thätig- 
Jceit; als Gewerbetreibender ist seine Be- 
Bchäftigimg so sehr mit dem Buchhandel 



I 



VI 

yerschiaolzen ^ dass ztt einem rationellen 
Betriebe derselben genaue Kenntniss des 
Buchhandels gehört; als Arbeiter in dem 
wissenschaftlichen Gebiete^ vorzüglich in 
den mit dem Handel und den Gewerben 
sich beschäftigenden Zweigen^ wurde eine 
genaue Untersuchung der Natur des Buch- 
handels unerlässliche Bedingung. 

Diese genauere Untersuchung zeigte 
jedoch^ dass 9 so viel Schätzbares über 
den Buchhandel schon erschienen , der-- 
selbe doch noch nicht auf seine Grund- 
lage zurückgeführt 9 und aus selber con- 
sequent entivickelt worden ist; es zeigte 
sich vielmehr^ dass man immer mehr €Sir 
von abginge in ihm eine eigenthümliehe 
Art des Handels zu betrachten ^ ja^ dasa 
man vielmehr ihn bloss in Beziehung 
auf das Objekt von den übrigeü Handels* 
zweigen verschieden ansah. — 

Diese Ansicht verbreitete sieh nicht 
bloss in der Wissenschaft , auch in der 
Ausübung fing man hier und dd an> fke 



VII 

zu huldigen; man fand allgeineiiie Ha»- 
delsgrundsätze den indiyfduefl^i Wän* 
sehen entsprechender ^ als die aus der 
besondem Natur des Buchhandels her-^ 
vargehenden^ und b^olgte sie. 

Es ist jedoch nicht möglich^ die Ein- 
richtungen eines Institutes^ welches sieh 
aus der Individualität einer Nadon ^ dess^ 
halb ihr anpassend^ ausgebildet^ so plötz- 
lich umzustossen; daher veranlassten auch 
die Versuche dazu einen Ankampf dage- 
gen; einen Kampfe der gegenM'ärtig noch 
fortdauert , und dessen Ausgang entwe- 
der Fortdauer und Wiederherstellung der 
bisherigen eigenthtimlichen Natur des deut- 
schen Buchhandels oder Auflösung der- 
selben seyn muss. 

Es ist natürlich^ dass hey einer sol- 
chen Crisis gar manches Schädliche be- 
rührt wird> was früher unbeaditet bliebe 
theils weil es sich allmählig eingeschli- 
chen^ theils weil man auch seine Wir- 
kung noch nicht kannte^ und dessbalb 



ml 



ist eine Zusammenstellung desselben 
wünschenswerth ; es ist natürlich , dass 
vorzüglich bey dem Buchhandel, seines 
Einflusses auf die geistige Nationalbil- 
dung wegen, eine Darstellung des Hin- 
und Hemogens ZTfischen dem einen und 
dem andern Grundprincipe , äusserst in- 
teressant erscheint; diese Gründe bewo- 
gen, bey dem Mangel eines ähnlichen 
Werkes , den Verfasser zu vorliegender 
Abhandlung. 

Er musste Parthey ergreifen und er 
ergriff sie für das Bestehende gegen die 
Neuerung, weil ihm unübertrefliich erschien 
die Eimichtung des deutschen Buchhan- 
dels in seiner ursprünglichen Ausbildung, 
nicht bloss desshalb, wöil derselbe durch 
sie als ein originell national deutsches 
Institut sich zeigt, sondern auch, weil 
diese Einrichtung dem wiissenschaftlichen 
Wirken, dem gemeinsamen Austausche 
der Ideen am meisten zusagt. — Dieje- 
nigen, welche jeder Aeusserung eines Ge- 



IX 

werbsmaimes selbstsüchtige Gnindlagen 
unterschieben^ mögen beachten^ dass der 
Verfasser so manches als tadelnswürdig 
darstellt 9 was^ wenn es in der getadel- 
ten Form bestehen bliebe^ ihm selbst Vor- 
theile bringen würde. — Ein Vorwurf je- 
doch^ welchen der Verfasser fürchtet, ist 
der, dass ihm verargt werden möchte, 
einen Namen genannt zu haben, und zwar 
den eines Mannes, welcher seines Unter- 
nehmungsgeistes wegen in ganz Deutsch- 
land hoch geachtet ist Verfasser muss 
gestehen, dass er sich schwer dazu ent- 
schloss, allein endlich bestimmte ihn der 
Umstand, dass dem Publikum in dem an- 
geführten Falle schon früher einige Acten- 
Stücke mit Anfiihnmg der Namen mitge- 
theilt wurden, dass desshalb die Nichter- 
wähnung desselben, vorzüglich der Wich- 
tigkeit des Falles wegen , als eine Lücke 
hätte betrachtet werden müssen. 

Von dem über den vorliegenden Ge- 
genstand bereits Vorhandenen wurde be- 



nützt , was dem Verfasser zu erhalten 
möglich war ; gar mancher fromme Wunsch 
blieb jedoch unbefriedigt^ und es möge 
desshalb ihm nicht zur Last gelegt werden, 
wenn manches Schätzbare nicht angeführt 
wird. 

Die genauere Untersuchung über 
die Einwirkung des jetzigen Zustandes 

des Buchhandels auf die literarische Thä* 
tigkeit musste der vorliegenden Abhand- 
lung fern bleiben, daher sie auch nur 
Andeutungen über die Zweygroschen-Aus- 
gaben, die Almanache und so manches 
enthält; es verdient diess einer besondem 
Ausführung. 

Und so möge denn durch diese 
Schrift die Aufmerksamkeit auf einen Ge- 
genstand hingeleitet werden , der ihrer 
so sehr verdient, und möge dann diesel- 
be zu dem gewünschten Resultate führen! 

München im November 1828. 



■■ 



£li9 ist unstreitbar, dass ein und derselbe Han- 
delszweig in verschiedenen Ländern sich auch 
verschieden modifizire; es gibt ja so manche 
diesen Modificationen zu Grunde liegenden Ur- 
sachen. Bald finden sie sich in der geographi- 
schen Lage eines Landes , bald in dem Grade 
der Cultur einer Nation, bald in den Einwir- 
kungen der Regierungen auf Gewerbe und Han- 
del. Alle diese Modificationen lassen sich je- 
doch auf zwey Hauptpunkte zur äckführen:. ent- 
weder bleibt bey aller Verschiedenheit der Ur- 
sachen das Wesen des Handels - Zweiges im- 
verändert, d. h. die allgemeinen Grundsätze 
sind bey allen Modificationen dich gleich ; 
oder ein und derselbe Handelszweig ist in 
verschiedenen Ländern in der Wesenheit sei- 
nes Betriebes verschieden. Ursache des er- 
sten Falles ist, dass diese Handelszweige ge- 
wöhnlich von einem Orte ausgegangen an an- 

1 



-_ 2 _ 

dere sich rerbreitet und dahin die Grundsätze 
verpflanzt haben , nach welchen sie an ihrem 
Mutterorte gepflegt wurden. — Ganz anders 
ist es im zweyten FaUe; er umfasst Handels- 
zweige, welche sich gleichzeitlich in verschie- 
denen Ländern auszubilden begannen. Hier exi- 
stiren keine Muster - Grundsätze , sondern die 
Grundsätze mbdifiziren sich nach den Indivi- 
dualitäten der einzelnen Nationen, vorzüglich 
in dem Falle, wenn die Natur des einzelnen 
Handelszweiges von der Art ist, dass sein Ob- 
jekt nicht Sache des Welthandels seyn kann, 
sondern sich blos auf die Gränzen eines Vol- 
kes beschränkt. 

Bey keiner Art des Handels zeigt sich die 
Richtigkeit der letzten Behauptung so, wie bey 
dem Buchhandel *— natürlich derselbe nur von 
der Seite betrachtet, wie er sich nach der Aus- 
breitung der Buchdruckerey ausgebildet ») — • 
Kennt gleich jedes cultivirte Land den Buch- 
handel , so ist doch der Frankreichs , Italiens , 
Englands von dem Deutschlimds so in seiner 
Wesenheit verschieden, dass, obwohl die all^ 
gemeinsten Grundsätze sich zu gleiclien schei- 
nen, sie doch, genau betrachtet, in ihrer eigentli* 
chen Haupt-Gnmdlage schon abweichend sind, b) 



— 3 — 

Während nämlich der ausserdeutsche Bachhan«^ 
del treu blieb dein allgemeinen Handels-Grund^ 
satze, nach welchem jedem Detail - Yericäufer 
die Bestimmung des Preises frey steht, bildete 
sich in Dentschland ein ganz entgegengesetzter 
Grundsatz. 

Schon desswegen ist eine Untersuchung der 
eigentlichen Natur des deutschen Buchhandels 
von der grössten Wichtigkeit, um so mehr in 
gegenwärtigem Augenblicke, wo, wie sich die 
Grundlage desselben allmählig ausgebildet, man 
wieder allmählig von ihr abzuweichen , und 
sich immer mehr der Basis des ausländischen 
Buchhandels zu nähern strebt« 

Aufgabe der vorliegenden Abhandlung ist 
also die Darstellung der Natur des deutschen 
Buchhandels und der aus dieser entspringenden 
Gnmdsätze, so wie derjenigen Umstände, wel-f 
che dieser Natur entgegenwirken. 

/• Natur des deutschen Buchhandels. 

Die Haupt- Verschiedenheit des deutschen 
Bachhandels von dem auswärtigen und von je- 
dem andern Handelszweige zeigt sich schon 
beym ersten Ueberblicke, wenn man sieht, df$ss 
bey demselben der Verleger den Preis bestimmt , 



1 



♦ 



um welchen ein Buch in ganz Deutschland 
verkauft werden muss. <') Kein anderer Han* 
delszweig, wollte man auch den Commissions- 
handel dazu rechnen, kennt eine solche Be- 
stimmung; überall ist es in die Gewalt des 
Handelnden gegeben, nach den Umständen den 
Preis zu bemessen, um welchen er seine Waare 
verkaufen will ; d) selbst dem Verkaufs - Com- 
missionär ist nur ein Minimum gesetzt ;e) beym 
Buchhandel ist jedoch der Ladenpreis zugleich 
Maximum und Minimum und ein Abweichen 
von demselben kann nur als Abweichung von 
der Regel betrachtet werden. — Dass eine 
solche Einrichtung ohne wechselseitige Verei- 
nigung, ohne gemeinschaftliche's Zusammenwir* 
ken zu einem Zwecke nicht gedacht werden 
könne, ist klar; aber eben dieses gemeinsame 
Streben nach einem Ziele, der möglichsten Be- 
förderung der deutschen Literatur , ist es , wo- 
durch sich die Basis des deutschen Buchhan- 
dels von der jedes andern Handelszweiges im- 
terscheidet. — Während bey diesen Isolinmg 
Hauptgrundsatz , Vereinigung Ausnahme , ist 
beym deutschen Buchhandel Vereinigung Basis, 
Isolirung AusQahme, imd zwar höchst seltene 
Ausnahme. 



5 



Diese allgemeinen Grundzttge voraus ge- 
setzt, wird nachfolgende Darstellung klarer er** 
scheinen. 

I. Jeder Verleger bestimmt den Preis, um 
welchen ein Buch verkauft werden soll. Dieser 
Preis heisst der Ladenpreis. B) Die Festsetzung 
desselben steht ganz in der Willkdhr des Ver- 
legers , 1») imd jeder Versuch der Obrigkeit , ») 
die Bücherpreise zu taxiren, wird, wenn nicht 
unausführbar, doch imgerecht seyn. Der Ver- 
leger hat nämlich bey Festsetzung des Laden- 
preises zu berechnen und zu beachten, einmal, 
den Preis des Manuscripts , ^) wofür sich na- 
türlich keine Taxe festsetzen lässt, indem kei- 
ne vernünftige Grundlage einer solchen denk- 
bar ist; und der daher mit dem Rufe des Aue- 
tors steigt : dann muss er Rücksicht nehmen auf 
den Inhalt des Verlagsartikels , i) ob dieser blos 
einen Zweig der Wissenschaft umfasst, also nur 
für ein begränztes Publikum bestimmt ist, oder 
ob das Buch fUr eine grosse Verschiedenheit 
von Abnehmern sich eignet; so wird z. B. ein 
vorzügliches medizinisches Werk nicht die An- 
zahl von Abnehmern finden, wie eine , wenn 
auch dem Inhalte nach gleich werthvoUe belle- 
tristische Schrift; endlich hat der Verleger auch 



— 6 — 

noch auf die Kosten der äussern Ausstattung 
zu sehen. I») In dieser Beziehung eine Taxe fär 
den Buchdrucker festzusetzen^ ») ist fast eben 
^o unthulich, wie eine solche für die Schrift- 
steller, indem fast jedes Werk seine Besonder^- 
heiten hat, und, obwohl sich in beyden Fällen 
Mittelpreise berechnen lassen, es doch Unge- 
rechtigkeit wäre, die Einhaltung derselben im- 
merwährend zu verlangen, wie z. B. wenn man 
fordern wollte, dass ein Octavbogen eines ma- 
thematischen Werkes um denselben Preis ge- 
druckt werden solle, wie ein Octavbogen eines 
Romans. Man wird diess noch mehr einsehen, 
wenn man die Umstände betrachtet, welche 
der Buchdrucker bey Bestimmung seiner Preise 
zu beachten hat; es sind diess: Beschaffenheit 
der grössern oder geringern Schwierigkeit des 
Satzes, des Manuscriptes, der Correcturen; Ar- 
ten der Schrift; o) Grösse der Auflage; Beschaf- 
fenheit des Papiers — wie wenige Fälle gibt 
es, wo alle diese Umstände gleich sind?p) — 
Aus dem bisherigen ergibt sich klar, dass 
der Vorschlag der Bimdestags - Commission in 
dem Entwürfe einer Yerordmmg zur Sicherstel- 
lung der Rechte der Schriftsteller oder Verleger 
gegen den Nachdruck, q) ein Preismaximum für 



gewöhnliche Scliriflen, nach der Verschieden^ 
beit des Papiers za setzen ^ nicht durchfahrbar 
seyn möchte. 

Die Commission sieht diess selbst ein, in* 
dem sie in den Motiven i*) eingesteht, dass sie 
den Art. 20. blos desshalb eingeführt habe, da^ 
mit es nicht scheine, sie habe den Vorwurf 
vergessen , welchen man zur Beschönigung des 
Nachdruckes den Verlegern machte, däss sie 
nämlich die Preise der Bücher zum Nachtheile 
des Publikums und der Literatur zn hoch 
stellten. — 

Abgesehen von dem Wortlaute des vorge^ 
schlagenen Artikels, der so abgefasst ist , ») dass 
er von vorne herein eines Commentars bedürf- 
te, nämlich darüber, was imter einer gewöhn- 
lichen Druckschrift verstanden werde ; so ist 
dem Vorschlage vorzuwerfen, dass er von allen 
Rücksichten, die ein Verleger bey Bestimmung 
des Ladenpreises zu nehmen hat, blos die äus- 
sere Ausstattung, und bey dieser blos die ein- 
zige der Papier «- Verschiedenheit beherziget. 
~« Die Commission führt zwar zur Rechtferti- 
gung ihres Vorschlages an, dass die Buchhänd- 
ler sich in frühern Zeiten , wo gleichfalls nach 
der Papier • Verschiedenheit berechnete Taocen 



— 8 — 

f&r die Bücher bestanden, sich ganz gilt hefkn- 
den, gibt jedoch zu, dass gegenwärtig yerän^ 
derte Umstände eingetreten. — Ich habe jedoch 
die Ueberzeugung, dass die frühem Taxen, vor- 
züglich bey Werken von einem ausgezeichneten 
imd bekannten Verfasser, nur selten eingehalten 
wurden. Man kann sich durch die Yergldchung 
der damaligen Ladenpreise verschiedener Qu« 
eher davon überzeugen.«) 

Welches entsprechende Mittel gibt es aber, 
um zu verhindern , dass der Verleger den La- 
denpreis eines Werkes nicht zu hoch ansetze? 
Kein anderes, als dass man dabey dem Verle- 
ger ganz freyen Spielraum lasse, und das aiis 
folgenden Gründen: 1) Es ist Absicht des Ver- 
legers , von einem Werke so %iele Exemplare 
abzusetzen, als nur immer möglich ; diess wird 
er jedoch nur dann können, wenn er dasselbe 
so billig, wie möglich verkauft, vorzüglich in 
der jetzigen Zeit, wo sich die literarischen Pro- 
ductionen fast ins Unendliche vervielfacht ha- 
ben, und wo für jeden Gelehrten eine fast 
dreymal stärkere Bibliothek nöthig ist, als frü- 
her. 2) Es ist Wunsch jedes Schriftstellers , 
sein Werk in so vielen Händen , wie möglich 
zu sehen ; v) eine natürliche Eitelkeit erregt den- 



selben. Nun hat aber der Auetor bey Ab- 
Bcfaliessiing des Verlags - Vertrages das Recht,^) 
zur Bestimmung des Ladenpreises mitzuwirken, 
also ist auch zu erwarten, dass er suchen wer- 
de, diurch Bedingung eines billigen Ladenprei- 
ses sein Werk so verkaufbar wie möglich zu 
machen. 

II. Die bisher angegebenen Rücksichten hat 
jeder Verleger, auch der ausserdeutsche, zu be- 
achten, sie sind gleich der Waaren- Calculatiön 
jedes Fabrikanten; aus der Eigenheit des deut- 
schen Buchhandels entsteht jede ch noch ein ei- 
gener fester Posten, welchen der Verleger bey 
der Preis - Bestimmung zu berücksichtigen hat. 
Wie oben angeföhrt, ist es Eigenheit des deut- 
schen Buchhandels, dass der Ladenpreis eines 
Buches in ganz Deutschland gleich sey; es kom- 
men also zu den erwähnten Ausgaben des Ver- 
legers noch . die des Sortiments - Händlers ftir 
Fracht, Porto u. s. w. Natürlich ist es ferner, 
dass der Sortimentshändler ohne Gewinn nicht 
verkaufen will. Diesen Gewinn, so wie den 
Ersatz der erwähnten Auslagen erhält er nun 
daditfch, dass der Verleger das Buch um einen 
wohlfeilem Preis — den Nettopreis ») — dem 
Sortimentshändler überlässt, und den Laden- 



— 10 — 

preis nm den Betrag der Differena des Netto- 
und Ladenpreises (den Rabati) höher berech* 
Det, als der eigentlidie natürliche Ladenpreis 
wäre. Da desshalb es sich ereignen kann, dass 
der Käufer oft y) ein Buch theuerer bezahlen 
muss, als dann, wenn der deutsche Buchhandel 
diese Eigenheit nicht. hätte, so verdient ^ess- 
halb die Untersuchung der Yortheile oder Nach* 
theile dieser Einrichtung eine besondere Be« 
achtung. 

Als Naehtheil dieser Eigenheit des deut^ 
sehen Buchhandels erscheint , dass derjenige , 
welcher am Yerlagsorte eines Werkes wohnt, 
fSr dasselbe eben so viel bezahlen muss , wie 
der 5 welcher vielleicht 100 Meilen davon ent« 
fbmt ist, dass er also unverhältnissmässig zu 
theuer das Buch kauft, indem er einen Theil 
der Frachtkosten etc. des entfernten Abnehmers 
mit bezahlen muss; allein dtoser Nachtheil ver-« 
schwindet gänzlich, wenn man bedenkt: 1) dass 
niur die wenigsten Werke an dem Orte erschei-i 
neu, an welchem der Bedürfende wohnt, dass 
er also, wenn kein allgemeiner Ladenpreis be-* 
stünde, ftir Porto etc. bedeutend mehr bezah-* 
len müsste, als die geringe Summe, welche der 
Rabatt der an seipem Wohnorte erschienenen 



— 11 — 

B&€her beträgt ; ') 2) dass eben durch diese 
Einrichtung jedes einzelne Werk Nationalgut 
wird. Es ist eigens imd bemerkenswerth^ dass 
in einem Lanue, welches in so viele isolirte 
Theile zersplittert war, wie Deutschland , der 
Buchhandel sich nach einem so gemeinsamen 
Bande ausbildete ; in politischer Beziehung moch- 
te Deutschland noch so getrennt seyn, eins 
w^ar es durch die wissenschaftliche Verbindung, 
und es wird eins bleiben, so lange der deut* 
sehe Buchhandel diese Eigenheit behält. Dassel* 
be Werk ist um denselben Preis in Königsberg 
und Basel, in Hamburg und Wien zu erhalten; 
könnte «s wohl noch ein wirksameres Mittel 
zur Erweckung, Belebimg und Erhaltimg wah«> 
ren gemeinsamen Deutschthums geben! 3) Ver- 
dient besondere Erwägung , dass bey dieser 
Einrichtung der Preis eines Buches nicht von 
der WillkOhr des Verkäufers abhängt. ^^) Die- 
ser Umstand verdient alle Beherzigung in Be- 
ziehung auf die Furcht vor, zum Nachtheile der 
Literatur und des Publikums, übertriebener Preis- 
bestimmung der Bücher. Was hälfe es , wenn 
ein Verleger ein Buch noch so billig verkaufte, 
wenn ein Sortimentshändler nach Belieben auf 
den Ladenpreis schlagen dürfte. 



— 12 — 

III. Dass eine solche Eiuriditiing , durch 
welche sich der Gewinn des Verlegers und Sor- 
timentshändlers regulirt, nicht anders, als durch 
wechselseitige Uebereinkiinft aller Buchhändler 
statt finden könne , ist klar. Daher erscheint 
auch der Buchhandel als eine Art von Handels- 
gesellschaft , ^^) in welcher sämmtliche Buch- 
händler Theilnehmer sind. Jeder schiesst Kapi- 
tal und Arbeit, oder eines von beyden, ein, und 
zieht verhältnissmässigen Gewinn. — Als Ka- 
pital kann man die Yerlagswerke betrachten, 
als Arbeit die Bemüliung mit dem Verkaufe der- 
selben; der Gewinn regulirt sich genau nach 
dem eingeschossenen Kapitale; denn wer viel 
verlegt, wird viel verkaufen ; nach der aufge- 
wendeten Arbeit; denn wer viel verkauft, zieht 
viel Rabatt. Eben daraus erhellet jedoch, dass 
die aus dem Wesen des deutschen Buchhandels 
hen'orgehende Bestimmung des überall gleichen 
Ladenpreises nur dann fortdauern könne, wenn 
jeder einzelne Buchhändler, von aller Selbst- 
sucht abstrahirend, in sich nichts sieht, als ei- 
nen Theil eines Ganzen, wenn er keine Vor- 
rechte fär sich in Anspruch nimmt, sondern 
dieselben Rechte , dieselben Verbindlichkeiten 
mit seinen Mitbuchhändlern theilt 



— 13 — 

IV. Unter die Rechte jedes Buchhändlers 
gehört min, dass keiner der übrigen ihm nach- 
theilig entgegenwirke. Diess kann geschehen 
entweder 1) durch den Nachdruck oder 2) durch 
Verkaufen von Verlags - Artikeln unter dem La- 
denpreise an Nichtbuchhändler oder 3) durch 
vorzeitiges Herabsetzen des Ladenpreises eines 
Werkes* Von jedem dieser drey Punkte soll 
besonders gehandelt werden: 

A. Ueber die Nächtheile und das Unrecht- 
mässige des Bücher - Nachdnickes ist schon so 
viel geschrieben und gesagt worden , ^^^ dass 
eine erneuerte Ausfiihning in gegenwärtiger 
Abhandlung zweckwidrig erschiene; ich kann 
mich also darauf beschränken , in dieser Be- 
ziehung in kurzem die Nachtheile, eines Ver- 
legers durch den Nachdrudk anzugeben. Hier 
kommen folgende Fälle zu unterscheiden : 1) 
der Nachdruck wird um denselben Preis ver- 
kauft , wie das Originalwerk. ^^) In diesem 
Falle hat der Verleger zwar nichts zu fürchten 
als einen Concurrenten , und fast jeder wird 
die Original - Ausgabe , welche unter des Ver- 
fassers Aufsicht erschien, einem Nachdrucke vor- 
ziehen; allein der durch eben diese Concurrenz 
entstehende Schaden ist f&r den Verleger im« 



_ 14 — 

mer bedeutend ^ indem er bey Bestimmnng des 
Honorars , der Auflage etc. immer auf den Ab- 
Bat» einer bestimmten Anzahl von Exemplaren 
jrechnete. 2) Der Nachdruck wird wohlfeiler 
^'erkauft als die Original - Auflage. — In diesem 
Falle ist denn natürlich die Cencurrenz dem 
Verleger weit nachtheUiger , als im vorigen, 
weil der wohlfeilere Preis mehrere Käufer an- 
lockt. — Ceber die Art und Weise, wie der 
Nachdruck zu verbannen, ist schon Vieles ver- 
handelt worden, und dodi ist es nicht gelun^ 
gen, das gewünschte Ziel zu erreichen. Da« 
vom deutschen Bunde verheissene Bundesge« 
»etz «0 ^^^ nicht zu Stande ^) und wird bey 
der Ansicht, die jetzt über ein solches Gesetz 
bey den Begierungw herrscht, ss) auch schwer- 
lich je zu Stande kommen ; die Verträge ein- 
zelner Staaten (das zweite vorgeschlagene Ab- 
iiülfmittel) vermögen wohl viel, jedoch haben 
sich bis jetzt leider einem solchen Verbände 
jene Staaten noch nicht angeschlossen, bey 
welchen der Nachdruck bisher vorzugsweise im 
iSehwimge war, ^k) daher mochte man wohl 
diese einzelnen Verträge im Verhältnisse zu 
dem Verfahren der nicht verbundenen Staaten, 
wie das Völkerrecht der civilisirten Staaten 



— 15 — 

Europas am dem der Barbaresken rergleidieh, 
d. h. so lange es keine allgemeine Ueberein* 
kunft gegen den BOchemachdrack in Deutsch- 
land gibt, wird es noch immer pririlegirte tLäxv^ 
ber (Nachdrucker) geben. -~ Als drittes Mittel 
g^en den Nachdruck wurde Törgesdilagen, dass 
alle solide Buchhändler mit einem Nächdrucker 
und demjenigen, welcher Nachdruck verschleisst^ 
ihre Geschäfts-Yerbindungen aufheben sollten. ») 
Unbezweifelt liegt es in der Befugniss jedes 
Buchhändlers, von seinem Geschäftsbetriebe die* 
se oder jene Buchhändler auszuschliessen ; je- 
doch ein solches Ausschliessen ist nicht immer 
möglich, denn es gibt Orte, wo noch Nadi^ 
druck geduldet wird, wo also die Buchhändler,, 
wenn nicht wirklich nachdrucken , doch den 
Nachdruck verschleissen. Wollte nun ein Yer« 
lagshändler mit den in diesen Orten bejBndU* 
dhen Buchhandlungen alle Geschäfts*Yerhältnisse 
abbrechen, so wtirde diess zu seinem grössten 
Schaden geschehen, indem einmal dadurch der 
Absata seiner Yerlagsartikel an diesen Orten 
erschwert würde, und dann eben durdi diess 
AusschUessen für die Nachdrucker eine grössere 
AnffiMrderang zum NaduiiBcke «itsttode, indem 
sie oft in die N<ith wendigkeit versetzt würden , 



— 16 — 

ein Buch naclizudracken, welches sie nicht nack« 
gedruckt hätten, hätten sie es von dem rechtmäs- 
sigen Verleger erhalten. Auch machte dieser 
oft in Verlegenheit gerathen, wenn er ein voa 
einem Buchhändler, mit welchem er des Nach- 
drucks wegen die RecUiung aufgegeben, auf 
rechtmässige Weise verlegtes Buch bedürfte. — 
Als viertes Mittel gegen den Nadidnick wurde 
endlich die Retorsion vorgeschlagen; es sollten 
nämlich die Buchhändler der nicht nachdriik* 
kenden Orte sich vereinigen, und vorzügliche 
Verlagswerke der nachdruckenden nachdrucken. 
Ob dadurch der erwünschte Zweck erreicht wer- 
den m&chte, bezweifle ich sehr; einmal sind 
in Deutschland der diebischen Nachdrucker we^ 
niger , als der rechtlichen Verleger, die Retor- 
sion würde also in keinem Verhältnisse zu dem 
zugefügten Schaden stehen , und dann ist es 
noch eine Frage , ob die Regieningen solche 
eigenmächtige Selbsthülfe gestatten würden. — 
Freylich können sie, ausser durch Gestattung 
solcher Retörsions - Massregeln, gegen den Nach- 
druck fremder Länder ihre Unterthanen wenig 
schätzen ; allein sie möchten bedenken, dass 
durch ein solches Hin- und Wiederkämpfen vie- 
le der einem Lande Segen bringenden Kräfte 



— 17 — 

verspHttert werden , da ja die Erfahrung zeigt, 
dass Länder, in welchen der Nachdruck gestat- 
tety in ilirer Cultur weit zurück bleiben hinter 
jenen, wo er verpönt ist Es ist diess auch 
ganz natürlich; der Nachdrucker beschäftigt sich 
bloss mit Werken, welche schon einen Ruf 
erworben, wobei er wenig wagt; der Ver- 
leger hingegen muss stets wagen, er muss 
Neues auf den Markt zu bringen trachten. 
Dadurch eifert er zu neuen Schöpfungen an,; 
schon desswegen, weil ein Wagender immer 
mehr Enthusiasmus besitzt, und ihn desshalb 
auch andern mittheilt, als der, weldier nur. 
dasjenige unternimmt, dessen Erfolg unbe- 
zweifelt ist 

Aus dem bisherigen erhellet schon, dass 
gegen den Nachdnick in Deutschland keine an- 
dere wesentliche Abhülfe möglich sey, als ein 
gemeinsames Bundesgesetz; ^k) möchten doch, 
die Regierungen in dieser Beziehung zu Gunsten 
eines Institutes, welches eigentlich das einzige 
gemeindeutsche genannt werden kann, von pro- 
vinziellen Interessen absehen , und es in einer 
seiner Hauptstützen, der Sicherheit des Eigen- 
thnms schützen; ein solcher Schutz würde nie 

znmNachtheile der schützenden Länder gereichen! 

2 



— 18 — 

B. Eine natüiiicfae Folge ans dem angio- 
fiihrten Yerliältmssei der deutschen Budihandier 
unter sich ist es 9 dass bloss Buchhändler die 
Yortheile des Nettopreises gemessen. 11) Wie 
nämlich der Yerlagshfindler Nichtbuchhändlem 
SU denselben Preisen die Yerlagsartikel gibt, 
wie Buchhändlern 9 so hört der Grundsatas des 
Reichen Preises eines Werkes in ganz Deutsch* 
land auf, und die dem Yerlagsorte näher gele- 
genen Buchhändler erieiden Schaden, indem 
man so kinge von dem Yerleger ein Werk be- 
sieben wird, als Fracht etc. noch nicht den 
gewöhnlichen Babatt erreicht oder übersteigt; 
wodurch denn natürlich den Buchhändlern ein 
Theil ihrer Provision entgeht — Bey einem 
solchen Yerfahren müssten natürlich frfiher oder 
später Betorsionsmassregeln eintreten, und der 
deutsche Buchhandel würde in seiner Gnmd- 
fmte erschüttert werden. 

C. Eben so imgerecht ist das HerabseE-« 
aieil des Ladenpreises eines Werkes vor dem 
Ablaufe einer langem Zeitfirist seit dem Er- 
scheinen desselben, und ohne das gleichzeitige 
Anerbietben an alle Sortimentshändler, weldie 
noch Exemplare dieses Werkes vorräthig haben, 
dass diese Exemplare der den Preis Herabsez» 



V _ 19 — 

9enAß um den, fr tlhe^Q Nettopreis zmüdknehn^eii 
ivoUe.. n^) Um diesen haben sich nämlich sehr 
Tiele Sortimentshändler ein Buch auf ihr Lager 
geschafft, in der Hoffnung^ es früher oder später 
um den anfänglichen Ladenpreis wieder absez* 
«en zu können ; da nun ein herabgesetzter Preis 
9ls neuer Ladenpreis .gilt , so müssen sie nun ^zu 
demselben das Buch verkaufeii, es . ist daher 
natürlich 9 dass sie Schaden erleiden. 

y. Zu den Verpflichtungen jedes Buchhänd- 
lers g^ört nun, einmal, dass er die Rechte jedes 
andern, wie sie so. eben angezählt worden^ 
achtet^ und dann, dass^ er jedem andern 
Bu^äihändler unter denselben Bedingimgen seine 
Yerlagsartikel abgibt, unter welchen er dessen 
Yedagsartikel von ihm empßlngt. »n) Dieser 
Grundsatz fliesst'ans der Natur des deutschen 
Budihandels, und es ähnelt der societas leonina^ 
wenn ein Budihändler wohl die Yerlagsartikel 
eines andern zu den gewöhnlichen Proyisionen 
beziehen will, jedoch diesem von seinen Yerlags- 
Artikelnnidit denselben Yortheil gestattet. Nach 
dem oben Bemerkten kann es auch nicht von 
Belang seyn, wenn der Bedarf zweier Buch- 
händler von ihrem Yerlage ungleich ist; der 

mehr bedürfende Sortimentshändler hat ja mehr 

2* 



— 20 ~ 

Arbeit aiifisiiwenden ; und die Capitale werfen 
dtets einen verhältnissmässigen Gewinn ab. 

In dieser Beziehung sollte auch bei Wer- 
ken j welche auf Pränumeration und Subserip- 
tionoo) erscheinen, keine Ausnahme gestattet 
werden , der Rabatt sollte derselbe seyn , wie 
bei andern Yerlagsartikeln. Es lässt sich auch 
kein vernünftiger Grund zu einer Abweichung 
davon denken; die Mühe des Sortimentshänd« 
lers pp) mit auf solche Weise erscheinenden 
Schriften ist dieselbe, ja gewöhnlich noch grös- 
ser, als bei auf gewöhnliche Weise erschei- 
nenden; das von dem Verleger aufgewendete 
Kapital verdient, sollte es aiich noch so bedeu- 
tend seyn, nicht grössere Ber&cksichtigung , in- 
dem es bei auf diese Weise erscheinenden 
Werken stets sicherer angewendet ist, als bei 
jedem andern Yerlags-Untemehmen ; bei Sub- 
ficriptionen ist nämlich dem Verleger eine ge- 
wisse Anzahl von Abnehmern gesichert, und 
bei Pränumerationen erhält derselbe wenigstens 
einen Theil des aufgewendeten Kapitals schon 
voraus bezahlt. 

VL Die Grösse der Differenz zwischen 
Laden - und Nettopreis (des Rabattes) hat 
sich nun durch eine Gewohnheit festgestelU, 



— 21 — 

welcher die Erfahrung einiger Jahrhunderte 
zu Grunde liegt. 

Diese Gewohnheit bildete sich nun folgen- 
dermassen: 1) Der Verleger versendet «eine 
Yerlagsartikel entweder selbst oder er übei*gibt 
sie einem Commissionär zu versenden. In dem 
letzten Falle tritt der Commissionär ganz an die 
Stelle des Verlegers, besorgt alle Geschäfte^ wel- 
che dieser sonst vorzunehmen hätte, und haftet 
fiberdiess dem Committenten fUi* jede Forderung 
welche er contrahirte; desshalb differirt der 
Ladenpreis von dem Nettopreis, welchen der 
-Verleger dem Commissionär berechnet um 50 
Procent <iq) d. h. der Verleger überlässt dem 
. Commissionär jeden Verlagsartikel , welchen 
derselbe absetzt, um die Hälfte des Ladenprei- 
ses f dagegen hat dieser auch alle mit der Ver- 
sendung an die Sortimentshändler verbundenen 
Kosten zu tragen, und steht nebstdem del 
credere. 2) Die Verhältnisse des selbst versen- 
denden Verlegers und an dessen Stelle des Ver- 
sendimgs - Commissionärs zu den Sortiments- 
händlern haben sich auf folgende Weise gebil- 
det: Der Sortimentsbäadler erhält 33 Vs Pro- 
cent Rabatt von dem Ladenpreise ^) jedes 
.Buches» welches er verkauft; höherer oder nie- 



— 21 — 

diter Rabatt wird besonders bedttngen. Lel{l-* 
ziger Buchhändler unter sich geben sich jedoch 
bloss 25 Proceht Rabatt. ") Ferner werden von 
dem Verleger oder seinem Commissionär dhs 
Yeriagsartikel entweder abgegeben ^uf feste 
Rechnung oder a conditione; ^) unter die letz- 
tere Art von Abgabe kann auch die Uebersen- 
düng als Novität gerechnet Werden. Derjenige 
Buchhändler, welcher ein Werk auf feste Rech- 
nung übernimmt, verpflichtet sich nämlich, das- 
selbe zu behalten , ä conditione genommene odi^r 
als Novitäten übersandte Werke können jedoch 
die nächste Ostermesse wieder remittirt wer- 
den. ««) 

VII. Obwohl alle bisher berührten Ver- 
hältnisse regulirt werden können, ohne dass 
ein persönliches Zusammenkommen der Buch- 
händler tiothwendig wäre, so ist doch ein ge- 
meinsamer Mittelpunkt dem lebhaften Betriebe 
der Buchhandlung ungemein förderlich, audi 
zugleich ein Mittel zur Befestigung des Bandes, 
welches alle deutschen Buchhändler vereinen 
mtiss. — Frankfurt am Main war im Begrilfe 
ein solcher tn werden, als verschiedene Umstän- 
de Leipzig besonders begfinstigten , und selbes 
zu dem eigentlichen Mittelpunkte des deutsdien 



— -23 ~ 

Bm^andek machten. ^) Durdi einen soldieii 
Mittelpunkt bildeten sich nun wieder einige 
JBigenheiten des deutschen Buchhandels. — Es 
war firüherhin Ausnahme, dass ein Verleger 
einen Commissionftr zur Versendung seiner 
Verlagsartikel ernannte ; durch die Centralisirung 
des Buchhandels in Leipzig geschah diess nun 
häuig. Es entstanden jedodi zugleich auch 
Empfangs - Commissionäre ; d.h. wie ein Ver* 
lagsbuchhäadler einen Commissionfir in Leipzig 
bestellte, um seine Verlagsartikel an die 
Sortimentsbuchhändler zu versenden, so bestellte 
nun ein Sortimentsbuchhändler in Leipzig einen 
Commissionär , um alle von 'den Verlegern an 
ihn gesandte Schriften in Empfang zu nehmen, 
und ihm zuzusenden; Vöi-theil fiLr ihn ist Er-^ 
sparung des Porto, ^^) vorzfiglich desshalb, weil 
die meisten Verleger Versendungs -> Commis- 
sionäre in Leipzig haben, mithin der Em- 
pfangs * Commissionär gleich von diesen die 
verlangten Werke sich ausliefern lassen kann. 

VIII. Die Natur des deutschen Buchhan- 
dels brachte es endlich noch mit sich, dass 
sich über die Zeit der Berechnung uiid Zahlung 
foste Normen bildeten. Hier gilt nun folgendes : 
1) die Rechnung geht vom 1. Jahuar bis 31. 



— 24 — 

December jecl^ Jahres, zwischen den Verlegern 
oder Ablieferungs - Commissionären und den 
Sortiipentsbachhändlem oder ihren Empfangs- 
Commissionären ; diese Rechnung wird jedoch 
erst zur Ostermesse abgeschlossen, und der Saldo 
berichtiget. Sollte derselbe beträchtlich seyn, 
so wird er zuweilen in zw^ei Terminen erlegt, 
liämlich ys zur Oster- und ys zur Michaelis- 
messe "). — 2) Der Empfangs -Commissionär 
berechnet mit seinem Committenten zweimal, 
zur Oster- und Michaelismesse, und von letz- 
term w*erden die Zahlungen bei jedesmaliger 
Abrechnung geleistet, yy) 3) Der Abliefenmgs- 
Commissionär schliesst mit seinem Committen- 
ten zu Johanni ab; 4) Leipziger Buchhändler 
endlich unter sich schliessen mit Ende Novem- 
bers ab, bringen zu Anfang Januars ihre Ab- 
sdilüsse in Ordnung und bezählen den Saldo. ^0 
Fast alle bisher angefahrten Verhältnisse kön- 
nen als Eigenheiten des deutschen Buchhandels 
gelten, sie sind jedoch, wenn man sie ihrer 
Natur nach genau untersucht, eine nothwendige 
Folge aus der dem deutschen Buchhandel zu 
Grunde liegenden Basis eines festen Laden- 
preises; sie zeigen indessen auch, dass die 
Wesenheit des Betriebes des deutschen Buch- 



— 25 — 

handds ih einem gemeifisrnmen Wirken 
sfimmtlicher Buchhändler nach einem Ziele be> 
stehe, und dass man desshalb die Buchhändler 
Deutschlands in ihrer Gesammtheit als eine Art 
von Gesellsdiaft ssür Betreibung des Büchhan- 
dels betradhten könne* — 

//• Gegenwärtige Lage des Buchhan^ 

dels ßeutschiands^ 

Die Natur des Buchhandels Deutschlands, 
wie sie so eben dargestellt worden, bildete sieh 
allmählig aus ; die daraus entstehenden Rechts- 
verhältnisse stützen sich blos auf Gewohn- 
heitsrecht, kein geschriebenes Recht regulirt 
sie, keines stützt die bisherige Hauptbasis« ~- 
Es ist jedoch natürlich, dass ein solches gemein- 
sames Wirken, wie es die Natur des deut- 
schen Buchhandels verlangt, oft verbunden seyn 
muss mit Nachtheilen, oder auch hur schein- 
baren Nachtheilen Einzelner der Genossen ; so 
wird z. B. der grosse Verleger den übrigen 
Buchhändlern mehr an Rabatt ablassen, als er 
von ihren Yerlags-Artikeln Rabatt empfängt — 
der Egoismus strebt , sich . von allen ihn|hem- 
menden Banden frei zu machen, ohne ^Rücksicht 
auf das gemeinsame Wohl. Dadurch wird 



— 06 — 

oft däm Wiesen des dentsi^eii Btichhandeis ent- 
gegengewirkt, und zwar um so mehr und um 
so leichter y da das Wesen des Buchhandels oft 
Ton der den Handel und die Gewerbe leiteAi- 
de Behörde eines Landes misskannt» und seine 
Gnmdlage der der übrigen Handelszweige gleidi 
gehalten wird. Die Darstellung der gegen- 
wärtigen Lage des deutschen Buchhandels kann 
sich also auf die Darstellung derjenigen Abwei^ 
chungen Ton seiner Natur beschränken, W^^lche 
entstehen: 1) aus dem Egoismus, 2) aus ver- 
kehrten Einrichtungen der Regieningelnu "~ 
Unt^ die ersten gehört: a) die Abweichung 
von der gewöhnlichen Nettopreisbestimmung 
nnd Zahlungsart: b) die Herabsetzung des La- 
denpreises und Veranstaltung von Bttcherlotterien« 
c) Gestattung des Nettopreises auch f&r Nicht- 
buchhändler. d) Nichteinhaltung der Bereeh- 
nungstennine. — Aus verkehrten Grundsfttzm 
der Regienmg geht eine Uebersetzung der Buch- 
handlungen hervor, deren Folge, Abnahme des 
Wohlstandes der Buchhändler, Einzelne oft 
zwingt, von dem gemeinsamen Wirken skh 
loszusagen, und so. die Grundlage des deutsdien 
Buchhandels erschüttert Von jedem^ dieser 
Umstände soll besonders gehandelt werden. 



— 27 — 

a) Abweichung ran der gewaknUehem Mfit4^ 
p^gheetknmung. m^) Es wurde bereite obte 
angeftilirt, dass sieh dtirch die Gewohnheit ei^ 
niger Jahrhunderte die Differenz des Nette«^^ und 
I^adenpreises festgestellt habe; es lässt aidl 
anth anf das genaueste berechnen , dass ein« 
solche Räbattbestimmung dem gewAhnUchi» 
Yerschleisse des Buchhandels entspreche; ^^) 
in neuerer Zeit wird jedoch sehr hfinfig danrMft 
abgewichen. Zur Rechtfertigung einer selehen 
Abweichung fährt man an: 1) besondere Kost> 
spieligkeit eines Unternehmens Ton Seite des 
Verlegers und 2) Sicherheit eines bestimmten 
Absatzes von Seite des Sortimentshändlers. 

Diese Gründe nehmen nun rorsfiglich die 
grossen Verleger DeutscMands in Anspruclr, 
wenn sie irgend eine mehr als gewöhnliche 
Unternehmung wagen; sie nehmen sie um so 
mehr mit Sicherheit in Anspruch, weil sie wohl 
wissen, dass, ihres grossen Verlages wegen, 
ihre Verlagsartikel den Sortimentshflndlem so 
unentbehrlich sind, dass sie sich fast jede 
Bedingung gefallen lassen mflssen, welche ihnen 
gcimacht wird. Ich kann mich nicht erwehr 
ren, hier ein Gleichniss aufisusteUen^ wtolehes 
sidi mir stets aufdrängt, so oft ich Aber diesen 



— 28 — 

G^etistand nachdenke. Es gibt Kapitalienbe- 
ritzer^ welche die Grösse der Interessen nach 
der Dürftigkeit ihrer Schuldner in der Art be- 
messen, dass der Dürftigste die höchsten Zinsea 
bezalilen muss ; weil sie sicher sind, dass dieser 
ihr Kapital . haben muss. Diesen gleichen nun 
die angeführten! Verleger. Sie sind sicher, dass 
ihre Yerlagsartikel jeder bedarf, und suchen 
ann die Bedingungen, unter welchen sie selbe 
abgeben, auf die' ihnen den meisten Yorthetl 
bringende Weise festzusetzen. Weil sie nun 
am meisten verlegen, weil die Artikel, bei wel- 
chen diese Manipulation angewendet wird, ge- 
wöhnlich unter die gangbarsten gehören, ist es 
auch der kleine Sortimentshändler, der Bedürf- 
tigste, welchen ihre Bedingimgen am meisten 
drücken. Ein solches Benützen günstiger Um- 
stände zum Nachtheile der übrigen erscheint 
aber ungerecht, und zwar aus folgenden Grün- 
den : 1) Es wurde früher schon bewiesen, dass 
die Buchhändler Deutschlands in einer Art von 
Gesellschaft zu stehen scheinen, dass der diurch 
Gewohnheit eingeführte Rabatt zur Deckung 
• der nothwendigen Ausgaben dienen müsse, und 
nebstdem auch ab vertragsmässiger dem ejoge- 
sdiossenen Kapital und der Arbeit verhältaisi- 



— 2» — 

mflssiger Gewinn erscheine ; es \i7irde angefidm^ 
dass nach der natfirlichen Billigkeit derjenige, 
welchem ein Verkäufer herkömmliche Yortheile 
gewährt, dieselben auch diesem, wenn er Käiu 
fer wird gewähren müsse; es lässt also ein 
solches Abwichen von der Regel sich nicht 
rechtfertigen. 2) Die Wesenheit des deutschen 
Buchhandels erfordert , dass der Ladenpreis 
eines jeden Buches in jedem Orte Deutschlands 
gleich sey; diess kann jedoch nur dann statt 
finden, wenn das bisher als richtig erkannte 
Verhäitniss zwischen Laden - und Nettopreis 
beibehalten wird; ein Abweichen davon er« 
scheint also auch als ein der Natur des deutschen 
Buckhandels entgegenwirkendes Yer&hren und 
kam desshalb nicht erlaubt seyn. 

Das bisher Gesagte ist allgemein aner- 
kannt, allein nichts desto w^^ger wird 
nach Gutdünken davon abgewichen ; Matadore^ 
wie Bäron t. Cotta «<^c) gehen mit ihrem 
Beispiele voran, und diesem Beispiele fol- 
g&k denn auch die Kleinen, so dass es fast 
bald ndlhig werden möchte, als Begel aul^ 
zustellen, was jetzt Ausnahme ist, nämlidi: 
4ie Grösse des Babatts bestimmt der Vertrag 
zwischen Verleger undSortimentshändkr; soUte 



— 30 — 

{mwahmswtiM nidits bestimmt wyUf %q 9cdl4er 
Ital^Att 33 Ys Frocent des Ladeiq^reiMS bebragciK 

b) JReraÖMtzufig de9 Ladenpreües und Qe^ 
gt0iiung pon Bücherhtterien. 

Es wurde oben schon angefiihrty dass die 
BestintfDiiog des Xadeopreises dem Yevleger 
«berlassen bleiben. müsse; allein ist er einmal 
festgesetSEt , so kann mir- dann davon abgewi- 
chen werden , wenn ans einer Herabsetsmng 
ftr die übrigen Buchhändler keinNaditheil ent- 
itdit, wid diess ist, wie schon bemeikt wurde, 
nur dann möi^di^ wenn der den Ladenpreis 
Herabsetsende jenen Buchhändlern , .weldie zn 
dem firfihom Preise sich Exemplare auf das 
Lager geschafft haben, und selbe noch vonäthig 
besitzen, entweder diese zu dem frühem Net» 
topreis atoiinmt, oder ilmen die Differenz des 
herabgesetzten und frühem Nettopreises hiaans- 
Teigütet In neuerer Zeit werden jedoch die 
Klagen über Herabsetzung der Ladenprraie crfuie 
Erfüllung dieser Vopflichtung immer häufiger.^) 

Dasselbe Yerhältniss hat es auch mit Bfi- 
•dm-lotterien , obwohl diese seltener ersdiei* 

c) Häufiger kommen jedodi Abw^hik^m 
mm» LmUnpreise toe. . Dass die Jtefeor, des 



— 31 — 

dentsdieii Bnciihandels solche nicht gestatte, 
ivtude oben schon gezeigt » aber nichts desto 
ii;i'eniger trieb der Egoismus nicht allein Yer- 
lagshfindler^ auch Nichtbudihändlem ihre Verlags« 
Artikel zu Nettopreisen zu überlassen, ^0 s^i^ 
dem sogar Sortimentshändler ggg) überbiethen sich 
oft in Anerbiethungen Yon Provisionen an ihre 
Abnehmer. — Man kann darin nichts, als das 
Bestreben, den Mitbuchhändlem ihre Kunden 
abzulocken, erkennen, ein Bestreben, welches um 
so trauriger ist, als es stets ziun Nachtheile des 
Unternehmers selbst ans&llen muss, da der go- 
wAhnliche Babatt so steht, dass, Torzfiglich be^ 
dem jetzt ohnehin so häufigen Abweichen Aar 
von, aus ihm bey dem gewöhnlichen Geschäfts« 
Betriebe nur sehr wenig als Gewinn sich abwirft« 
d) JVichteüihaltung der Bereehmu^s^ Thu^ 
m&ie ^^^) nimmt immer mehr überhand ; gross« 
«entheils als eine Folge zerrütteter Yermdgens- 
Yeihältnisse, zuweilen jedoch auch vorkommend, 
um die Berichtigimg der Saldi so sehr wie 
mAgUdh hinauszuschieben. Auf jeden Fall 
bringt es Unordnung in den ganzen Budi* 
handd, indem audi der solideste Buchhänd- 
ler dadurch verhindert wird, seine Bücher ge* 
hürig ahsoschliessen. 



— 32 — 

Diese bisher angeföhrten , dem Wesen des 
deutschen Buchhandels entgegenwirkenden Um- 
stände entspringen aus dem Egoismus der Ein- 
zelnen, welcher immer zur Abweichung von der 
natitrlichen Ordnimg da antreibt, wo diese Ab-« 
weichung Yortheil darzubiethen scheint Solche 
Abweichende jedoch wieder in die gehörige 
Schranke zurückzuweisen, wäre Sache der Re- 
gierungen; leider tritt diess jedoch beym Buch- 
handel nicht ein, derselbe ist sich eigentlich 
in seiner Leitung ganz allein überlassen. Dieser 
Mangel an Zurückhaltung des Egoismus durch 
die Regierungen ist es jedoch nicht allein, wor- 
über der Buchhandel klagen kann ; die Regierun- 
gen befolgen auch oft Grundsätze, deren Resiütate 
den Egoismus noch sehr in seinem nachtheiUigen 
Treiben unterstützen — vorzüglich gehört hierher 
die bedeutende Yermehnmg der Anzahl der 
Buchhändler. >") Diese verlangt eine genauere 
Untersuchung um so mehr, da diese Zunahme 
fast in allen Ländern Deutschlands sich zeigt — 

Als Yortheil der vermehrten Zahl der Buch- 
händler fiihrt man an, dass dadiurch regeres Le- 
ben in die literarische Thätigkeit komme, in- 
dem jeder dieser Buchhändler leben und gewin- 
nen wolle, mithin alle möglichen Wege 



— 33 — 

sdüagen suchen werde, um seinen Zweck zir 
eireicheu. ^^) — Zur Prüfung dieser Behaup- 
tung sind Yortheile und Nachtheile der Ver- 
mehrung ftir jede der beyden Hauptarten Ton 
Buchhändlern besonders zu beachten. 1) Die 
Thätigkeit der Verlagshändler ist bedingt durch 
die schriftstellerische Thätigkeit. Es lässt sich 
zwar nicht läugnen, dass auf letztere die Ver- 
leger einen grossen Einfluss haben können, 
allein nur dann, wenn sie mit Auswahl und 
mur gute Werke verlegen. Ein solcher Verlag 
erfordert aber bedeutende finanzielle Kräfte,- 
und diese besitzen, wenn die Zahl der Verleger 
sehr gross ist, nur wenige; Die Mehrzahl hin- 
gegen, mit minder bedeutendem Vermögen, wird 
sich grösstentheils mit Büchermachern verbin- 
den, wird keine Rücksicht auf das Was imd 
Wie ihrer Verlagsartikel nehmen, sondern bloss 
auf die möglichste Anlockung von Käufern, und 
so wird durch die Vermehrung der Verlags- 
handlungen dem guten Verlage ein grosser Theil 
des fUr ihn bestimmten Kapitales entzogen. Be- 
trachtet man die Prodncte des deutschen Buch- 
handels nach ihrem innem Werthe in der letz- 
tern Zeit im Vergleiche mit der frühem, so 
wird der Vergleich sehr zum Nachtheil der 



— 34 — 

jetzigen Periode ausfeilen und meine Behaiip«- 
tung reclitfertigen, *) Alte solide Buchhandlungen 
bewegen sich zwar noch in ilirem ruhigen ge-* 
mässigten Gange fort, nur hier und da bemerkt 
man 9 dass die Kräfte etwas geschwächt wer- 
den ; **) bey den meisten Puchhandlimgen zeigt 
sidi jedoch ein Schnappen nach jedem Untere 
nehmen, welches yielleicht Einem geglöckt; 
daher die Ueberschwemmung mit den Zwey«. 
groschen Ausgaben l^^) und so manches Andre^ 
Deutschlands Schriftsteller, einige wenige ans-> 
genommen, werden sich auch nicht beklagen 
können, dass die Honorare reichlicher ausfielen, 
als früherhin. mmm^ Die Sortimentshändler sind^ 
besonders vermehrt worden, und, w^eil sie ge« 
wohnlich auch Verlag nebenbey unternehmen, 
durch sie die Zahl der Verleger. Ein Sorti*- 
mentshändler ist jedoch nichts andres, als ein 
Kaufmann, welcher mit taxirten Waaren han- 
delt, wobey sein Gewinn auf das genaueste 
berechnet ist Höherer Gewinn ist bei ihm 
desshalb nur dann denkbar, wenn sich die An- 
zahl seiner Abnehmer vermehrt Vermehren sich 
jedoch die Sortimentshändler, aber nicht im 
Verhältnisse mit ihnen die Abnehmer, so 
wird natiirlich die Einnahme jedes Einzelnen 



— 35 — 

bedeutend gesclimälert ^ und auch so wiedei- 
'dem guten Verlage ein grosses Kapital ent- 
zogen. Man höre , was über diese Ver- 
mehrung der Buchhändler der Berichterslattw 
jder allgemeinen Zeitung über die Ostermeäse 
1828 ^^^) anführt; er sagt: „Dieser schnelle 
Zuwachs hat, wie alles, seine Vor- und Kehr- 
-Seite. Das grösste Uebel scheint auch hier^ wie 
im Waarenhandel , die unverhältnissmässige 
Froduction, wo weit mehr gedruckt wird, als 
•consumirt, genossen und verdaut werden kann, 
wozu noch die Sündfluth von Wohlfeilausgaben 
kommt, die jeden Preis der neuen und preis- 
würdigen Artikel zu hoch finden lässt, und den 
Käufer verwohnt , den Verkäufer zum Schleu- 
dern nöthigt. Je mehr Buchhändler, desto drük- 
kender der Uebelstand. Jeder Buchhändler 
zieht Lehrlinge; aus diesen werden Diener. 
Diese borgen einige tausend Thaler zusammen^ 
erheirathen sich einige Mittel und machen nun 
gelbst die Bude auf. Die alten grossen Hand- 
lungen verlieren durch diese Schraarozerpflanzen 
ihre Kraft imd Saft, womit sie grosse Unter- 
nehmimgen wagen dürften. Die Anfänger miss- 
brauchen die ihnen aus Wohlmeinen oder an- 
dern Gründen bey Anfang ihres Geschäfts zu 

3* 



— 30 — 

Theil gewordene mor^sche Bfli^schaft 
Altern Freunde — hier sollte die gröaste Strenge 
und Gewissenhaftigkeit obwalten — wollen gilt 
leben 5 müssen schleudern, um Geld zu lösen. 
In zwey bis drey Jahren sind sie credidos. 
Sie wollen nicht blossen Sortiment fuhren, sie 
wollen durch eigenen Verlag ihren Bedarf aus* 
gleichen. Nun machen die armen Poeten oder 
Buchmacher gemeinschaftliche Sache mit dem 
armen Buchhändler. Daher das Wegschnappen 
und Nachmachen, wo irgend ein denkender 
Auetor oder Buchhändler eine neue Idee auf- 
fasste; daher aber auch die Ueberschwemmong 
von Zeitschriften , Handbüchern (in dieser Messe 
auch zwey Handbüchlein) Katechism in omni 
scibili, Verhandlungen, Anweisungen und Com- 
pilationen aller Art/' 

Diese Schattenseite verdunkelt die ange- 
ftihrte Lichtseite so ziemlich; das Lidit ist so, 
wie gezeigt wiurde, bei genauer Betrachtung 
nicht sehr glänzend; allein sie ist zudem nicht 
die Einzige. — Die Vermehrung der Buchhänd-^ 
ler bringt ausser den angeftihrten noch nach* 
stehende Uebel mit sich. — 

Bekanntlich ist nichts trügerischer, als der 
Titel eines Buches, und sehr oft ist der Inhalt 



— 37 — 

im coiitradictorischen Widerspruche mit dem>^ 
was der Titel verspricht. Daraus entstand die 
Gewohnheit, dass jeder Buchhändler seine Yer- 
lagsartikel an die Sortimentshändler als Novi- 
tät versandte. Diese legten sie ihren Kunden 
zur Einsicht vor, und sehr viele BUcher wurden 
auf diese Weise abgesetzt ; denn wie oft reitzt 
nicht der Anblick eines Buches, sich in den 
Besitz desselben zu setzen. Die Vermehrung 
der Buchhändler, der Yerlagsartikel , und dar-* 
nnter die imverhältnissmässige Zunahme von 
wenig gangbaren, veranlasste nun sehr viele 
Buchhändler, sich die Zusendung von Novitäten 
zu Verbitten, so wie auch andre, keine Nova 
mehr zu versenden. An ihre Stelle traten Novität 
tenzettel, welche der Verleger an die Sortiments- 
händler expedirt, und woraus diese sich ihren 
Bedarf wählen. Da diese Novitätenzettel nur aus 
dem Titel der Werke bestehen , so ist leicht 
begreiflich, dass durch sie die literarische Thä- 
tigkeit nicht befördert wird, ooo) — ßey der 
Vermehrung der Buchhandlungen muss aber das 
Nichtversenden der Nova immer mehr überhand 
nehmen, oder, wenn es bey behalten wird, der 
Nachtheii eintreten, dass jeder Verleger seine 
Verlagskosten erhöhen muss^ Ein Verleger, der 



— 38 — 

früherhin 500 Ex. eines Werkes als Novitäten 
expedirte, hat bey der verinehrtefa Anzahl der 
Sortimentsliandhmgen 7 — 800 derselben zu [ver- 
senden. In dem Verhältnisse, wie desshalb die 
Auflage stärker werden muss, hat sich jedoch 
die Anzahl der Abnehmer nicht vermehrt, ja 
sie hat sich , wenn gleich jetzt mehr gelesen 
wird, als früherhin, der vermehrten Verlagsun- 
ternehmungen wegen bedeutend vermindert; t) 
jeder Verleger muss daher jetzt mehr, als je, 
fast mit Gewissheit fürchten, Makulatur drucken 
zu lassen. Dadurch wird nun natürlich wieder 

r 

dem soliden Verlagshandel ein bedeutendes 
Kapital entzogen. — Die bisherige Ausfühnmg 
wird jeden Unbefangenen überzeugt haben, dass 
die Nachtheile der Vermehrung der Buchhand-* 
lungen die Vortheile derselben bey weitem 
überwiegen, und ich erlaube mir daher nur 
noch eine schon von mir an einem andern 
Orte ppp) angeführte Widerlegimg der Behaup* 
tung anzudeuten, dass durch Vermehnmg der 
Sortimentshandlungen auch die Lager vermehrt 
würden, folglich mehr Auswahl von Werken 
vorhanden wäre. Die Lager werden freylich 
vermehrt, aber sie w^erden weniger gehaltreich. 
Bey vermehrten Buchhandlimgen verzinset sich 



— 39 — 

nämlich das auf das Lager gewendete Kapital 
um so niedriger, je vollständiger das Lager ist; 
um so höher, je mehr dasselbe nur die gang- 
barsten Artikel entliält; eben desswegen wird 
sich bey vielen Sortimentshandlnngen der 
Sortimentshändler nur das Gangbarste an- 
schaffen , und , um nicht so sehr gelesene 
Werke zu erhalten, muss man warten ^ bis 
sie verschrieben sind. 

Die Vermehrung der Buchhändler hat nun, 
wie gezeigt worden, nicht den Erfolg, welchen 
man von ihr erwartete, sie hat auch durch die 
aus ihr hervoif;ehende Verminderung des Wolü- 
standes derselben auf das Wesen des Buchhan- 
dels einen höchst nachtheiligen Einfluss. Das 
gemeinsame Band wirkt nicht mehr mit solcher 
Kraft auf die Einzelnen , dass es zu überwin- 
den vermöchte die Eindrücke der Selbstsucht; 
der Gemeingeist des deutschen Buchhandels 
muss verschwinden: daher erscheinen auch 
grossentheils die mannichfachen Abweichungen, 
welche angefiihrt wurden, als Folgen der un- 
verhältnissmässigen Vermehrung der Buchhand- 
lungen , und werden , ohne kräftiges Entgegen- 
wirken der Regierungen, nur durch der^n Ver- 
mindenmg sich wieder heben. 



— 40 — 

In der bisherigen Darstellung glaube ich die 
Natur des deutschen Buchhandels pnd die Aus- 
wüchse, welche sich an dieser zarten Pflanze gebil- 
*idet> dargestellt zuhaben, ich kann daher übergehen 

III. zu einigem Betrachtungen ^ wie der 
deutsche Buchhändel zu seiner Bestimmung zur- 
iräckgeführt werden möchte. 

Zu keiner Zeit wurde der Kampf über das 
Einwirken der Regierungen ii| die Gewerbs- 
und Handelsverhältnisse lebhafter und gewich- 
tiger gefülirt, als in der gegenwärtigen. - Sie ist 
es ja, wo fast an einer allgemeinen Wiedergeburt 
gearbeitet wird, und, während man der frühern 
Zeit vorwerfen kann , dass das neue Gute oft 
zu langsam eingeführt wurde, leidet die Gegen- 
wart an dem entgegengesetzten Fehler, häufig 
werden Theoreme ausgeführt, und nach einigen 
Jahren müssen sie wieder andern Platz machen, 
nachdem sie vielleicht unheilbaren iSchaden gc^ 
stiftet. — Vor einer nähern Ausflilurung der 
gesetzten Aufgabe mag es desshalb nicht unge- 
eignet erscheinen, wenn der Verfasser seine 
Ansichten über die Einwirkung des Staates auf 
Gewerbe und Handel andeutet — Die Natur 
eines Staates verlangt gemeinsames Wirkm. Em 
solches widerspricht jedoch oft den Yortheilen 



— 41 — 

C^inxelner, und diese streben, sich von der Ge- 
meinheit loszumachen. Dieses Isoliren ist aber 
dem Gianzen nachtheilig , weil les der Natur des 
Staates widerstrebt; daher ist es auch Aufgabe 
des Staates, fjn solches Isoliren zu verhindern» 
— In Beziehung auf das Isoliren der Einzelnem 
zeigen sich jedoch gegenwärtig von den Re^ 
gierungen dteyerley Grundsätze aufgestellt und 
angewandt: 1) Man hält das Isoliren ftir vor« 
theilhaflter , als gemeinsames Wirken, und zeiv 
stört alle gemeinsamen Bande, welche nur zer* 
StOrbar sind. Ein Band im*" Staate ist jedoch 
unabwendbar nOthig, der Staat stellt daher aa 
den Platz der von ihm gelösten Bande geseta^ 
liehe Normen, indem er entweder a) ntur weite 
Gränzen, inner weldi^i sich jeder Einzelne 
bewegen kann, aufsteckt, oder b) die Gränzen 
so regulirt, dass fast jede einzelne Handlimg 
durch gesetzliche Normen bestimmt ist 2) Das 
Isoliren wird iUr schädlich gehalten, der Staat 
begOnstiget also Vereinigung zur Erreichung eig- 
nes bestimmten Zweckes, flihrt die Aufsicht 
auf die Befolgung der diesen zu Grunde liegen«- 
den Bestimmungen ^ und sucht nur die Isolirung 
der Einzelnen von ihrem Vereine, und der 
einzelnen Vereine von den Übrigen des ^taar- 



— 42 — 

«es zu rerhindem. — Der Verfasser huldiget 
der letzten Ansicht; hier ist jedoch der 
Ort nicht, seine Gründe dafftr dnrchzufalt^ 
ren, — Nach diesen GnmdsAtzen, sie auf 
^en Buchhandel angewendet, ist es nun nft^ 
thig, dass der Staat, wie Aber andre Handels- 
-Yerhftltnisse überhaupt, so auch über die Bucli- 
liandels- Verhältnisse feste Normen aufstelle^ 
•welche sich gründen auf gemeinsames Wirken 
•au Erreichung des Zweckes des Buchhan dels, 
•dabey jedoch jede diesem nicht widerstreitende 
Freiheit dem Einzelnen gewähren. — Nach 
solchen Normen sieht man sich vergebens in 
•Deutschland um. Die den Buchhandel betreifen- 
den Gesetze berühren meistens bloss die politi- 
iM^hen und strafrechtlichen bey dem Buchhandel 
Torkommenden Beziehungen — das Censnrwe* 
sen vii) und den Nachdruck — die merkanti- 
lischen werden übei^angen* Wo Handelsgesetze 
existiren, will man die in ihnen ausgesprochenen 
Grundsätze auf den Buchhandel angewendet 
>vissen, was oft nicht geschehen kann, ohne 
<lem Wesen des deutschen Buchhandels, seiner 
Terschiedenen Grundlage wegen, entgegen zu 
wirken. Man kann daher denselben in mer- 
•kantilischer Beziehung für ungeleitet halten« •— 



— 43 — 

Die Nothwendigkeit einer hftliem Leitung 
des deutschen Buchhandels zeigt sich jedoch 
durch eine factische Realisinmg einer solchen^ 
ivelche ihrer besondern Eigenheit wegen beson» 
ders betrachtet zu werden verdient. 

Bekanntlich rersammelt die Leipziger Oster- 
messe fast die Mehrzahl der deutschen Buch-- 
händler im Paulino; es werden daselbst, wie 
auf jeder andern Börse , Geschäfte abgeschlos- 
sen, und unvermeidlich ist, dass nicht auch die 
Lage des Buchhandels im Allgemeinen zur 
Sprache kommen sollte. — Dass eine solche 
Versammlung ein leitendes Haupt haben müsse, 
ist natürlich, eben so auch, dass über manche 
gemeinsame Angelegenheit Beschlüsse gefasst 
werden, welche jedoch, der Natur der Sache 
nach, nur die Einstimmenden binden. — Die* 
ses Institut hat jedoch in neuerer Zeit einen 
Charakter angenommen, welcher im höchsten 
Grade die Aufmerksamkeit der Begterungen 
verdient. — Die Generalversammlung der deut- 
schen Buchhändler, wie sie sich nennt, sucht 
sich nämlich nicht nur als eine das Merkantil 
lische des deutschen Buchhandels leitende Be* 
hörde zu constituiren , sondern sie strebt, ihre 
Einwirkung auch auf polizeyliche Verhältnisse 



~ 44 — 

auszudehnen, r^r) — jn dieser Beziehung ist 
der BescMuss vom 13. Mai 1827 besonders be^ 
herzigenswerth , sss) wo auf den Antrag des 
Buchhändlers Perthes aus Hamburg einmüthig^ 
von der Generalversammhing foeschloissen wurde^ 
dass die Exemplare von Althings nachgelasse- 
nen Schriften, der Unmoralität ihres Inhaltes 
wegen, in Empfang genommen, und Tags dar- 
auf im Börsenlocale vernichtet werden sollten, 
so wie, dass es in Zukunft immer so gehalten 
werden solle, nnd dass die BOrsenkasse alle 
Folgen zu vertreten habe. — Indessen erhielt 
der Verleger doch seine Entschädigimg nicht, 
und erst in der Ostermesse 1828 wurde mit 
ihm eine Uebereinkunft getroffen. ^) — So sehr 
der Verfasser in moralischer Beziehung einen 
solchen Beschluss lobenswerth findet, so viel 
ist in rechtlicher dagegen zu sagen , nnd er er* 
scheint in dieser niu: als eine Aeusserimg einer 
angemassten Gerichtsbarkeit. — 

Eine solche , den Buchhandel leitende 
Behörde, wenn sie sich auch blos auf das 
Merkantilische beschränkte , möchte indessen 
äusserst bedenklidi erscheinen, da sie gänzlich 
frey ist von der Aufsicht und der Mitwirkung 
der Regierungen; der Umstand, dass sie sich 



— 45 ~ 

aber gebildet hat, ist ein Beweis dcir Noth- 
wendigkeit einer solchen Behörde; durch eine 
solche allein könnte der deutsdie Buchhuidel wie-» 
der zu seinem Wesen zurftckgefiihrt werden. 

Bey der Aufstellung einer leitenden Behörde 
durch den Staat, oder der Lotung des Börsen*) 
Vereins durch selben, eitstehen jedoch wieder, 
bedeutende Schwierigkeiten. Die Natur desr 
deutschen Buchhandels erfordert ein gemeinsa-r 
mes Wirken nach einem Zwecke; ein solchea 
gestattet jedoch . nur eine Oberbehörde , weil 
bey mehreren coordinirten jede von andern 
Grundsätzen ausgeht: Deutschland ist aber 
getrennt in so viele Staaten, deren jeder 
souverain, mancher durch Landstände noch 
bey Erlassung eines Gesetzes gebunden ist;* 
die Stellung der deutschen Bundesversamm- 
lung ist von einer solchen Art, dass ein all-- 
gemeines Bundesgesetz in dieser Beziehung 
schwerlich zu erwarten seyn möchte, es 
bleibt also, um doch etwas zu thun, nur das 
Mittel übrig, welches schon einige Begierimgen 
Deutschlands fUr dienlich gefunden, die Stelle 
eines Bundesgesetzes gegen den Nachdruck zu 
vertreten, die Vereinigung einzelner Staaten 
ziur Aufstellung einer gemeinsamen den Buch- 



— 46 — 

handel leitenden Behörde. Eine! ilolche Verein 
nigiHig, der sich wahrscheinlich eben so, wie 
der Vereinigung gegen den Nachdruck, fast die 
meisten deutschen Bundes - Staaten anschliessen 
würden, möchte, vorzüglich wenn sie bald 
erfolgte, ihren Zweck, Aufrechthaltung der 
Gnmdprinzipien des deutschen Buchhandels ^ 
um so eher erreichen, als die Abweichung 
Ton denselben erst im Beginnen ist, daher noch 
desto leichter rückgängig gemacht werden kann. 
Möge sie zu Stande kommen! 



Anmerkungen und Beylagen. 



Anmerkungen* 



lAiäriilAMMlrtaHta 



tt) Üeb^ deil Duchhahdel vöt Ei*fihdütlg ttnd Aus» 
breitung der Buchdruckerkunst vergl« : Schbitgen , Diss» 
de libr. et bibliopoL antiquorura4 Lipsiae 1710i 4* (2k 
Aufl. x4Lltona 1722^ 4<) Hugo^ de prima origine scriben- 
di. ed. Trote« 1738. 8« — Ek/iard^ exercitat. crit» d6 
edit4 librorum äpud veteres« Isenaci 1777« — Materia<- 
lien zur Geschichte des Buchhandels» Leipzig 1795« 8» 
' — Yor Erfindung der Buchdruckerkunst war natürlich 
deif BtLchhäddel nichts, aliä ^in Handschriften <> Handel ^ 
auch in den ersten Zeiten nach Erfindung der Buch«- 
druckerkunät ivurde er diesem ähnlich getrieben, und 
erst näib und nach bildete sich die davon Terschiedene 
Natur des gegenwartigen Buchhandels aus ; in Deutsch>- 
land erst seit dem 16. Jahrhunderte auf den Messen 
von Frankfurt« --*- lieber den hebräischen Handschriften^ 
Handel vgl« I. ParaL H. v. 55. Jeröm« 32« 11. — 
Mnrray, diss« de Kinaeis. Jenae I7ii.-^ Hugo, 1« c. p. 
413 — 428. -^ Wolf, Biblioth. hebraea. VoL II. cap. 
3. p. 535. — Vgl. über den lebhaften Handschriften- 
Handel bey den Griechen: PollUx onomast« lib« X* c. 5. 
'^ MoHlfaucon, Palaeographia graeca« ***- Bey den Kd- 



— 50 — 

mern war, besonders unter den Kaisern, ein lebhafter 
Handschriften - Handel in offenen Läden auf freyea 
Plätzen, vgl. die angeführte Dissertation von Schott gen j 
c. lU. $. 5. Strabo, lib. XIH. JuvenaL Satyr« 6. r. 
475. Sneton. in Yespas. 3 et 21. in Domit« 12« ^- Auch 
kannten die Römer schon eine Art von Yerlagsvertrag 
zwischen Schriftsteller und Buchhändler; vgl. MariiaL 
lY. 72. 2* — Im Mittelalter war der Handschriften- 
Handel in den Händen der Mönche; vergL Joh. Tri- 
themius, de laude scriptorum mopialium; Mabillon, de 
studiis monasticis ; Jo/u GottL Kalinsky, de ordinatione 
scribarum. Auch die ersten Buchdrucker — die zu- 
gleich Buchhändler waren, — waren theils Clerici, theils 
rechneten sie sich zu den Clericis , vgl. Oerken^i Rei- 
sen. B. lY. p. 192. 

b) Ygl. Krünüz, Encyclopädie. Th. YH. voc. Buch- 
handel, p. 195 ff. p. 207 ff. der Briinner Ausgabe, wo die 
Natur des französischen und englischen Buchhandels an- 
gegeben ist. — Leuchsj Handelssystem. Nürnbg. 1822. 
Th. I. p. 114. 

c) Bender, Handelsrecht. Darmstadt 1824. I. Tbl. 
$. 130.; Pöhb , Handelsrecht. Hamburg 1828. 1 TU. ^ 
106. p. 241. Leuchs, a. a. O., p. 112. 

d) Ueber den Waarenpreis überhaupt, und «lie Um- 
stände, welche auf die Bestimmung desselben in jedem 
einzelnen Falle Einfluss haben, vgl. JBiy^cA, Darstellung 
der Handlung etc. 2. Aufl. Hamburg 1800. 8. Th. I. p. 
173. ff.; Bau, Lehrbuch der politischen Oekonomie. I. 
Bd. Heidelberg 1826. 8. p. 109. ff.; Obemdorfer, Sy- 
stem der National - Oekonomie. Landshut 1822. p. 76 
ff. — Die Umstände, nach welchen sich der Yerkaufs- 
Preis regulirt, sind: 1) der natürliche Werth, 2) die 
nothwendigen Kosten für Transport etc. 3) die will- 



~ 51 — 

kührlichen Auslagen z. B. auf Assekuranz etc. 4) die 
Nachfrage« Ygl. d. angef« Auetoren. 

e) Die Meinung Milterfnayer^s (firnnAsätze des ge- 
meinen deutschen Privatrechts. Landshut 1827. $• 498 
p. 854), dass das Limito hey Verkaufs- Commissionen 
das Maximum sey, über welches der Commissionär 
nicht verkaufen darf, finde ich nirgends begründet. Der 
von ihm citirte Bender (Handelsrecht, Th. I. p. 227) 
sagt bloss, nach einem Herkommen dürfe der Verkaufs- 
Commissionär das, was er über das Limito von Waa- 
ren erlöst, als reinen Gewinn für sich behalten; allein 
er bemerkt schon in einer Note das Rechts- und Natur- 
widrige dieses. Herkommens; Pohls (Handelsrecht, Tbl. 
L p. 265) erklärt ein solches Herkommen für grund- 
los; dasselbe erhellet auch aus Busch (Darstellung der 
Handlung Th. 1. p.211.); Veillodter (Entwurf eines all- 
gemeinen Handelsrechtes etc. 2. Aufl. Frankfurt 1803. 
cap. 5. ^. 14. p. 69) ; Pardessns (Cours de droit com- 
mercial , 3. edit. Paris 1825. T. H. $. 566. p. 630). 

f) Leiichs (Handelssystem, p. 112). 

g) Auch ordinär Preis (Vgl. Lettchs 1. c.^ 

h) Vgl. die Note c angeführten Auetoren. Von dem 
Einflüsse des Verlegers auf die Preisbestimmung weiter 
unten. 

i) Vrgl. Philippij Briefe über verschiedene Gegen- 
stande der Staatswirthschaft, Polizey und Moral, p. 356. 
Bender 1. c. p. 272. — Beylagen zu dem Protokolle der 
vierten Sitzung der deutschen Bundes - Versammlung 
am 11. Februar 1819. Nro. 6 et 7. Hierher gehörig 
von Nro. 7. (Entwurf einer Verordnung zur Sicherstel- 
Inng der Rechte der Schriftsteller und Verleger gegen 
den Nachdruck) Art. 20.; und von Nro. 6. (Commis- 
sionsbericht über die Abfassung gleichförmiger Verfa- 



— 52 — 

giingen zur Sicherstellung der Rechte der Schriftsteller 
und Verleger gegen den Nachdruck) die Motive zu dem 
angeführten Art. 20. — Wahlcapitulation K. Franz II. 
V. J. 1792. Art. VII. §. 1. {Emminghans corpus jur. 
ger. Th. II. p. 522). — Ueber die Taxe im Churfiir- 
stenthume Sachsen vgl. Herrn Johann Georgs Münz- 
und Taxordnung , wornach sich männiglich im Chur- 
ftirstenthume und Landen im Handel und Wandel , 
Kaufen und Verkaufen und allen Contracten achten 
und richten solle, vom 31. July 1623. im Cod. Aug. 
II. p. 783. 

k) Hierüber sagt der Berichterstatter über die Leip- 
ziger Buchhändler - Ostermesse 1828. (Ausserordent- 
liche Beylage zur allgemeinen Zeitung Nro. 63. p. 250): 
Die Schriftsteller,: selbst in der Geschichte und in dar- 
stellenden Werken > rechnen fast nicht mehr auf neue 
Auflagen. Es soll die erste sogleich auf immer renti- 
ren. Allein die Honorare, die dadurch so hoch hin- 
aufgeschraubt werden, müssen aufhören 

/) Leuchs , System des Handels. Thl. 1. ^. 93. p. 
109. ff. Perthes, über den deutschen Buchhandel und 
die Verhältnisse der deutschen Literatur, (in Polilz , 
Jahrbücher der Geschichte und Staatskunst. Januarheft 
1829. p. 39. und p. 50.) 

m) Ueber die äussere Ausstattung der Bücher vgl« 
Kaiserliches Patent vom 10. Febr. 1746. (Eminghans^ 
1. c. p. 474 und 477). Perthes a. a. O. p- 53 und 54. 

n) Vgl. Der so nöthigen als nützlichen Buchdruk- 
kerey zweiter Theil. Leipzig 1740. Anhang XXIX. V. 
Frage. Ob es denen Buchdruckern erlaubt sey, Selbsten 
einen Preis ihrer Arbeit zu machen? — Vgl. auch die 
oben Nota i angeführte chursächsische Taxordnung , 
nach welcher bey grosseren Werken die Verleger an- 



~ 53 — 

gewiesen sind , sich mit dea Bachdnickern besonder^ 
zu vergleichen« 

o) Ueber die Berechnungen des Preises für Setzer 
durch die Principale vgl. Handbuch der Buchdrucker- 
kunst. Frankfurt 1827. Anhang IL Die daselbst an- und 
durchgeführte Berechnungsweise nach n ist jedoch in 
Deutschland noch nicht durchgängig eingeführt, und sie 
wird es auch schwerlich werden« Bey dieser Berech- 
nungsweise wird nämlich nur das Format und die Schrift- 
art berücksichtiget , hingegen die Beschaffenheit des 
Manuscripts und der Correctur gar nicht beachtet; und 
wie wenige Gelehrte haben eine leserliche Handschrift; 
wie viele weichen in den Correeturen von dem Ma^ 
nuscripte ab? *-- In Frankreich lässt sich die Sache 
leichter machen, weil der Corrector vor dem Satze das 
Manuscript durchgeht, und weil manche Eigenheit der 
französischen Buchdruckereyen, wie z. B. das Institut 
der metteurs en page manche Erleichterung mit sich 
bringt; allein die Thulichkeit einer allgemeinen Ein- 
führung in Deutschland möchte ich noch sehr bezwei- 
feln, — Ueber die französische Buchdruckerey und die 
dabey vorkommenden Verhältnisse vgl. Manuel prati- 
que et abrege de la typographie fran^aise par M. Brun, 
'2de edition. Bruxelles 1826, Eine mit Anmerkungen 
versehene Uebersetzung davon von W* Uasper er- 
schien: Carlsruhe u. Baden 1828« 

p) Ausserden im Texte angeführten, auf die Druck- 
preise einwirkenden Umständen sind hier zu erwähnen: 
1) der Credit, welchen der Buchdrucker oft dem Ver- 
leger geben muss, 2) das Verhältniss der Buchdruk- 
kereyen zu den ihrer Bedürfenden. In dieser Bezie- 
hung enthält Beherzigenswerthes : von Justij Polizey- 
wissenacbaft ILBd, ^«108«; Bergtui Polizey- nndCam- 



— 54 — 

meral- Magazin, Wien 1786. 1. Bd. p. 398. ff.; Krüniiz 
Encyclopädie. 7 ThI. Bränn 1787.' p. 176. 

g) Dem Nota i angeführten Entwürfe;, Beylage 7 
zum Protokolle der 4. Sitzung am 11. Febr. 1819. 

r) Der ebendaselbst angeführten Beylage 6 zu dem 
erwähnten Protokolle. 

*) Ueber die Klagen wegen hohen Bücherpreisen 
vgl. die oben citirte Abhandlung von Perthes p. 54. (Sie 
kam mir erst nach Vollendung des Druckes des Textes 
zu Gesicht). 

jr) Er lautet: ,,Art.20. Der gesetzliche Schutz gegen 
den Nachdruck geht durch unbillige Steigerung derBii- 
cherpreise verloren , für welche der Verleger einen 
offenbar unbilligen Preis angesetzt hat. Für offenbar 
unbillig ist aber der Preis gewohnlicher Druckschriften 
zu achten, welcher für den Bogen Druckpapier . . gl. ; 
Schreibpapier • • . gl. Velinpapier ... gl. übersteigt. 
Ein ausserordentlicher Aufwand für Kupferstiche, wo- 
hin aber Titelkupfer und Vignetten nicht zu rechnen 
üind, macht hievon billig eine Ausnahme. Allezeit muss 
aber der Preis auf dem Titel des Werkes angegeben 
seyn." 

i) Wenn man Taxen will, so hat man freylich 
keinen andern Anhaltspunkt, als die äussere Form, aber 
dann muss man, um gerecht zu seyn, beachten: 1) das 
Format, 2) die Schriftart, 3) das Papier. *— Berück- 
sichtigung verdiente auch die Grösse der Auflage, aber 
einer solchen Berücksichtigung stehen so viele Schwie- 
rigkeiten entgegen^ dass sie wohl ausser Acht gelassen 
werden muss. 

u) Vgl. Beyträge zur Geschichte und Literatur, 
vorzüglich aus den Schätzen der Münchener National- 



~ 55 ~ 

und Hofbibliothek, herausgegeben t« Johann Chrisloph 
Freyherm von Aretin. Maiheft 1804. p; 82 — 91. 

v) Bender 1. c. §. 127. p. 266. ff. 
w) Bender I. c. $• 130. p. 271. ff. 

x) Mit dem Nettopreise der Buchhändler ist ja 
nicht der bey den übrigen Handelszweigen vorkommen- 
de Nettopreis zu verwechseln. Der letzte bildete sich 
aus der Einführung eines bestimmten Credits beym 
Handel mit gewissen Waaren, und besteht in dem Ab- 
zug, welchen der Käufer von dem Kaufspreise machen 
kann , wenn er vor dem eingeführten Termine bezahlt, 
(vgl. Busch Darstellung der Handlung. Tbl. 1. B. 2. 
cap. 3. $• 8. ff.) Er ist also bloss als ein Abzug der In- 
teressen, welche der Verkäufer aus dem früher empfan- 
genen Gelde bis zum Zahltermine erlösen kann, zu be- 
trachten, folglich eigentlicher DiscoiU (vgl. Bender Han- 
delsrecht. Tbl. 1. p. 358). Der Bachhändler- Nettopreis 
gewährt hingegen dem Sortiments händler die einzige Ent- 
schädigung für Auslagen, Arbeit etc. und muss ihm nebst- 
dem noch den nöthigen Gewinn liefern. Will man daher 
den Buchhändler-Nettopreis mit einer andern Handels- 
Einrichtung vergleichen, so möchte es seyn mit der Pro- 
vision, welche ein Verkaufs- Commissionär für Kosten, 
Bemühung und del credere erhält. (Vgl. Biisch 1. c. 
Cap. 11). -^ Nettopreis kömmt im Buchhandel auch noch 
gleichbedeutend vor mit dem Ladenpreise eines Arti- 
kels, welchen der Sortimentshändler nicht mit dem ge- 
wöhnlichen Rabatte erhält, z. B. bloss mit 25 pr. C. 

y) In dem Falle nämlich, wenn er von dem Ver- 
lagsorte so w^enig entfernt ist, dass die Auslagen auf 
Porto etc. die Differenz zwischen Netto und Ladenpreis 
nicht flbersteigen. 



^ 56 ««. 

z) Gesetzt z. B., Jemaqcl kaufte sicli jährli<;h 260 
Sucher zu 300 il. ; von diesen wären 10 zu einem t«a-« 
denpreise yon 15 fl, an dem Wohnorte de« Kfiufers ver^* 
legt, so -würde hier der Käufer 5 fl. gewinnen. Mit 
IQO fl, hätte er dann jedoch das Porta für Bestellung, Em-* 
pfang, Gfeld^endung von 190 Büchern m hestreiten, wo ^I-. 
SQ ^uf jedes einzelne nur 31 ^ kr. Auslage käme, was, d^ 
jede einzelne Bestellung drey A-usfertigungen verlangt, 
auf jede 10 kr. auswirft. Man ^eht hieraus, da^s u\ 
diesem Falle die Auslage sich bedeutend hoher beliefe, 
als hej der gegenwärtigen Einrichtung des Buchhandels, 
aa) VgL hierüber JfCrümtz Encj^clojpädie. J. B^nd, 
p. 195. 

b^j Auch hier muss ich wieder von Mittermayer 
(Grundsätze des deutschen Priv^trechts 1827« $« 521« 
p. 882) abweichen, indem derselbe den deutschen Bnch-i 
handel einen Tauschhandel nennt, in so ferne ein Buch- 
händler einem andern seine Verlags - Artikel zusende, 
ihm im Falle des Absatzes 33 Proc« Rabatt vom I^aden- 
preise bewillige, dafür aber auch eben so viel Rabatt 
für die von andern zugesendete u Yerlagsartikel in An- 
' Spruch nehme. Ein Tauschhandel -^ barattiren im ge- 
wöhnlichen , ch^ngiren im Buchhandel — kömmt zwar 
auch im Buchhandel vor, er wird jedoch immer seltener 
(^R'össig, Buchhandelsrecht p. 307); hej dem gewöhn- 
lichen Nettohandel aber kann man den Umstand, dass 
ein Buchhändler hej Bezahlung seiner Rechnung die dem 
andern gelieferten Artikel in Aufrechnung bringt, bloss 
als gewöhnliche Compensation betrachten.-^ Würde das 
Tausch -Yerhähniss als Grundlage des Buchhandels ge- 
nommen, so könnte es nur in so ferne statt finden, ala 
' die Tauschobjecte in einem verhältnissmässigen Wer- 
the stünden, diess möchte jedoch selten der Fall seyn» 



~ 57 ~ 

denn bald hat dieser bald jener ein Saldo zu zahlen und 
dieses müsstev dann, wäre d^r Buchhandel ein Tausch-« 
handel, nach dem Ladenpreise.berechnet werden. Auf die 
von mir angeführte Weise lassen sich die verschiedenen 
Eigenheiten des Buchhandels am leichtesten erklären;* 
das Entstehen einer solchen Art von Gesellschaft ist 
erklärlich, wenn man bedenkt, dass auf Messen, na« 
mentlich derFrankfurter^Messe sich der deutsche Buch- 
handel in seiner jetzigen Gestalt ausbildete , wodurch 
die wechselseitige Vereinigung der Buchhändler sehr 
erleichtert wurde. 

€c) lieber den Nachdruck handeln; Rechtliches 
und vernunftmässiges Bedenken eines Icti., der unpar* 
theyisch ist, von dem schändlichen Nachdrucke andern 
gehöriger Bücher. Halle 1726« — > Jenaisches Respon- 
sum juris sammt völligem Beyfall dreyer Juristenfacul- 
täten, Giessen, Helmstädt und Erfurt, worin dargethan 
wird, dass denen Autoribus der in Druck gegebenen 
Bücher und deren Cessionariis, welche von hohen Obrig- 
keiten kein Privilegium darüber ausg-ewirkt haben, kein 
Monopolium eines solchen Bücher *- Verkaufs zustehe, 
noch einem weltlichen Gerichte ein Recht zukomme, 
andern den Nachdruck solcher Bucher zu verbieten, oder 
um Bestrafung nachzusuchen. — Eines aufrichtigen Pa- 
trioten unpartheyische Gedanken über die Quellen und 
Wirkungen des Verfalls des jetzigen Buchhandels etc. 
etc. (von jlf. Birnbaum). Schweinfurt 1733. p. 53 — 91. 
— Turfieiien, dissertatio de reousione librornm furtiva. 
Basil. 1738. 4to. — Unpartheyisches Bedenken, worin 
aus allen natürlichen, göttlichen und menschlichen Civil- 
und Kriminalrechten und Gesetzen klar und deutlich 
ausgeführt wird, dass der unbefugte Nachdruck privile- 
girter und unprivilegirter Bücher ein allen göttlichen 



— M — 

und menschlichen Gesetsea zuwiderlaufendes Y^rbrechea 
und ein feiner Diebstahl sey. Cöin 1742. Svo. — Recht- 
liches und vernunftmässiges Bedenken eines unpartheyi- 
schen liechtsgelebrten über den schändlichen Nachdruck 
andern gehöriger Bücher. Frankfurt und Leipzig 1774. 
Svo. — p Pütter, vom Biichernachdruck» Gottingen 1774. 
4to. — Der gerechtfertigte Nachdruck , oder Johann 
Thomas von Trattners erwiesene Rechtmässigkeit sei- 
ner veranstalteten Nachdrücke, als eine Beleuchtung 
der auf ihn gedruckten Leipziger Pasquille. Wien und 
Leipzig 1774. — Friedrich EckartTs Epistel an Tob. 
Göbhard in Bamberg über eine auf J. Ch. Dietrich in 
Göttingen bekannt gemachte Schmähschrift. 1776. Svo. 
und in Lichtenberg vermischte Schriften , dritter Band, 
S. 147 — 196. — Bemerkungen zu Fridr. Eckards Epistel 
an Tobias Göbharden. Bamberg 1776. Svo. — Friedr. 
Eckard 9 an dem Verfasser der Bemerkungen zu seiner 
Epistel an T. Göbhard in Bamberg, 1776, und in Z/2c/<fe7t- 
herg vermischten Schriften , Bd. 3 , p. 197 — 230. — 
Bürgeret Vorschlag gegen den Büchernachdruck im 
deutschen Museum, November 1777. — Unguety Be- 
trachtungen über die Rechte des Schriftstellers und seines 
Verlegers; aus dem Französischen mit Anmerk. 177^ 
und 1779. Svo. — CL M. Wielaud, Schreiben eines 
Nachdruckers an den Herausgeber des deutschen Mer- 
kurs, im deutschen Merkur, Juny 1780. — Scheide-» 
manlel, das Büchervvesen nach Staatsklugheit, Recht 
und Geschichte, sowohl überhaupt, als auch insbeson- 
dere nach römisch-deutschen Staats- und Privatgesetzen 
betrachtet, vornehmlich aber die Ungerechtigkeit des 
Nachdruckes mit einigen neuen Gründen erwiesen. Leip- 
zig 1781. Svo. — (Krause) über den Büchernachdruck. 
Deutsches Museum, 1783, Mai und Juny (besonders 



— 59 ~ 

abgedruckt, Altdorf 1783). — An den Verfasser des Anfsaz* 
zes über denBilchernachdruck. Deutsches Museum 1784, 
Febr. — Literatur — und Yölkerkunde 1784. — Neue 
Untersuchung über den Büchernacbdruck. Deutsches Mu- 
seum 1784, October. — J. J. CeUes, freymüthige Auf- 
sätze. Anspach 1784. 1 St. p. 73—166. — Mart. Elders^ 
über die Unzulässigkeit des Büchernachdrucks nach dem 
natürlichen Zwangsrechte. Dessau und Leipzig 1784. — * 
Erniedriget oder erhöhet Nachdruck Bücherpreise? im 
deutschen Merkur, Mai 1784. — /. H. Campe, Schrei- 
ben an Joseph den Einzigen (über den Büchernachdruck) 
im deutschen Museum 1784, Februar. — Actenstücke 
zur österreichischen Nachdruckergeschichte, im deut- 
schen Merkur 1785, Mai. — Etwas zum Behufe des 
Nachdrucks, von einem Ungenannten, mit Anmerkungen 
des Herausgebers, im deutschen Merkur 1785, Julj. — 
Kant, von der Unrechtmässigkeit des Büchernachdrucks, 
Berliner Monatsschrift 1785, Mai, und in Mereau, Mis- 
celien. Th. 2, S. 233 ff. — Brehm , de fiiiibus justi et 
injusti circa dominium et commercium bibliopolarum. 
Lips. 1786. 4to. •— Richter, de re libraria in I. R. G« 
ordin. Lips. 1786. 4to. • — J. Cr. Dyks, Buchhändler- 
Hechtfertigung gegen die vorgebliche Kaiserliche Er- 
klärung zu Gunsten des Nachdrucks, in der Literatur- 
nnd Yölkerkunde 1786, März. — Erinnerungen eines 
Buchhändlers an seine Herren CoUegen, den Nachdruck 
betreffend; s. Ephemeriden der Menschheit 1786, Oct., 
Nov. und Dec. — Was dachte Luther über den Bücher- 
nachdruck? Berliner Monatsschrift 1786; October. — 
Ueber den Nachdruck nach den Grundsätzen des Rechts ; 
im Cosmopolit. St. 3, 4. — J. Gf. Müller, über den 
Büchernachdruck, in den Romanen: Aus den Papieren 
eines braunen Mannes. Bd. 5, Cap. 61 ; und Siegfried 



— 60 — 

Ton Lindenberg, Th« 5, Aufl. 5, Cap. 8^. — Sakmann^ 
Carl von Carlsberg, Th. 3. S. 119, 120. — SchkttweiM 
Archiv für Menschen und Bürger, B. YIIL und neues 
Archiv im. 1, 3 und 4 Bde. — Becker, über das Eigen- 
thumsrecht an Geisteswerken. Frankfurt und Leipzig 
1789. 8vo. — Schreiben an den Hrn. Rath Becker in 
Gotha über seine Abhandlung : das Eigenthum an Gei- 
steswerken, von C Ck. S. Krause, im neuen deutschen 
Museum 1790, S. 9* — Moritz, über eine Schrift Cam- 
pe's, die Rechte der Schriftsteller und Buchhändler be- 
treffend. Berlin 1789. — Unfehlbares Mittel, den Nach- 
druck zu verhindern, zum Besten rechtmässiger Ver- 
leger und Schriftsteller. Tübingen 1790. 4to. — Wider 
und für den Büchern achdruok , aus den Papieren des 
blauen Mannes, bey Gelegenheit der zukünftigen Wahl- 
capitulation, gedruckt im Reiche für das Reich. 1790. — 
Bdiner, Uebersicht der Gründe wegen des Strafbaren 
des Büchernachdrucks, und Vorschläge, wie diesem Uebel 
durch ein allgemein verbindliches Reichsgesetz vorge- 
beugt werden könne, herausgegeben mit einem Vorbe* 
richte von J. F. F. Ganz. Regensburg 1790. 8vo. — 
Sigm. Balfh, Ohlentorp , Schulmeister zu Mischke (J. Gm 
Dyckl), Jedermänniglich sonnenklar einleuchtende Ver- 
theidigung des Büchernachdrucks, 5te Aufl. 1790. 8vo. — 
Gedanken über verschiedene Paragraphen der Kaiser!« 
Wahlcapitulation , die in den Gerstlacherschen Anmer- 
kungen gar nicht oder doch kurz berührt sind ; herausge- 
geben durch Germanus Biedermann. Eleutheropolis 1790. 
4to. p. 51 — 58. — Vertheidigung des Eigenthums gegen 
den Raub, oder Prüfung der Schrift: Wider und für 
den Büchernachdruek , ans den Papieren des blauen 
Mannes etc. , gedruckt in Schwaben 1790. — Siafen-- 
hagen, für den Nachdruck, in der Monatsschrift von und 



— 61 — 

für Mecklenburg, 1790. — De eo, quod' justum est 
eirca librorum editiones, insciis ac invitis editoribus re- 
petita«, auctor Jac. Fanth. P. I. 1791. 4to. — Ein Pro 
und Contra für die Gesetzwidrigkeit des Büchernach- 
drucks im heil. röm. Reiche, im Anzeiger 1791, 2 Bd. 
Nro.91und92. — Ä.FrJu vonKnigge^ über den Bücher- 
nachdruck, von J. G. Müller. Hamburg 1792. -f- Kaiser^ t 
Nachschrift und Appellation an das ebrliebende Publi* 
cum, in Salzmanns Krebsbüchlein. Erfurt 1792. -*• Ueber 
den Yerlagsraub, oder Bemerkungen über Hrn. Dr. Bei« 
manis Yertheidigung des Nachdrucks, im Aprilstück des 
deutschen Magazins 1791 , vom Yerfasser des Siegfried 
von Lindenberg. Leipzig 1792. 8vo. *- /• A^ H. Ret'* 
marng, Erwägung des Verlagsrechtes in Ansehung des 
Nachdruckes, in Beziehung auf eine Abhandlung im 
deutschen Magazin (1791) Bd. 1. S. 383. und in der 
Antwort auf Müllers dagegen herausgegebene Schrift« 
Hamburg 1792. 8vo. — J. jP. P. Seidenslieker: Ist der 
Staat nach reinen Grundsätzen des gesellschaftlichen 
Vertrags und nach den gemeinen Grundsätzen des bür- 
gerlichen Rechts befugt, den Büchernachdruck zu ver- 
biethen oder nicht? Helmstädt.1792. 8vo. — J. G. Fichte, 
Beweis der Unrechtmässigkeit des Büchernachdrucks; 
Berliner Monatsschrift 1793, Mai. — Ueber das Eigen- 
thum der Gedanken, in dem schleswigschen Journale 
1793. Nov. — JB. Jtf. Gräfff Versuch einer einleuch- 
tenden Darstellung des Eigenthumsrechtes der Schrift- 
steller und der Verleger. Leipzig 1794. 8vo- — Einige 
rechtliche Verhältnisse des Schriftstellers, des Verlegers 
und des Nachdruckers, von Heunnger, in Niethhammer*8 
philos. Journal, Heft 3. Nro. 3. — Lobethan^ Handels- 
recht, mit besonderer Rücksicht auf das Verlagsrecht 
des Buchhändlers und das Eigenthumsrecht des Schrift- 






— 62 — 

stellers. Leipzig 1795. 8vo« — Jfiur/;«/, metaphysische An- 
fangsgründe der Kechtslehre. — Bunde , im deutschen 
Pfivatrechte. — Bössig, im Handbuch des Buchhan- 
delsrechtes. — Eberhard, die deutschen Schriftsteller, 
Avas sie thaten, was sie für Unrecht leiden und was 
ihnen für Lohn gebührt. Halle 1814. 8vo, — Derselbe 
im allgemeinen Anzeiger der Deutschen, 1811, Nro. 69, 
1815, Nro. 78. ~ Krause, über Büchernachdruck. Stutt- 
gart 1817. Svo. *-^ Griesinger, der Büchernachdruck etc. 
Stuttgart 1822. 8vo. — Debatten über den Büchernach- 
druck in der würtembergischen Kammer der Abgeord- 
neten im Jahre 1821. Stuttgart 1822. 8vo. — Bender, 
Handelsrecht. — Krug , Schriftstellerey, Buchhandel und 
Nachdruck, rechtlich, sittlich und klüglich betrachtet* 
Leipzig 1823* — Paulus, Rechtserforschungen. Heidel- 
berg 1824. — Neustettel, der Büchernachdruck nach rö- 
mischem Rechte. Heidelberg 1824. — W. A. Kramer, 
die Rechte der Schriftsteller und Verleger. Heidelberg 
1827. — Ein paar Blicke und Worte über das Verlags- 
recht des Buchhändlers und Unrecht des Nachdruckers, 
im Marburger Wochenblatt für Buchhändler etc., 5ter 
Jahrg. Nro. 26 und 27. (J) — Nachdrucken und Nach- 
rücken, antiliberale Aussichten über die Worte und Blicke 
hinaus in Nro. 26 und 27 des Wochenblattes für Buch- 
händler, im Marburger Wochenblatt 5ter Jahrg. Nro* 
39 und 40. — Beachtenswerth ist auch nockein Auf- 
satz in Nro. 41 und 42 des 7. Jahrgangs des Marburger 
Wochenblattes. — Perthes , über den deutschen Buch- 
handel und die äussern Verhältnisse der deutschen Li- 
teratur ; in Politz Jahrbücher der Geschichte und Staats- 
kunst. Jan. 1829. p. 29 — 38. 

dd) Natürlich vorausgesetzt, dass die Originalausgabe 
dem Nachdrucke an äusserer Ausstattung nicht nach- 



— 63 — 

stehe; denn im lezteren Falle erscheint er als wohl- 
feilen 

ee) Deutsche Bnndesacca von 1815* Art. XYIII. d. 
(in EmminghauSj Th. 2, p. 644) vgl. Denkschrift über 
den Büchernachdnick; zugleich Bittschrift um Bewirkung 
eines deutchen Reichsgesetzes gegen denselben, den 
erlauchten, bey dem Congresse zu Wien versammelten 
Gesandten deutscher Staaten ehrerbietigst überreicht im 
Namen deutscher Buchhändler. — Die in sämmtlichen 
deutschen Bundesstaaten bestehenden Verordnungen über 
den Büchernachdruck finden sich gesammelt in dem Vor- 
trage des Hrn. Bundestagsgesandten von Berg in dev 
34sten Sitzung der deutschen Bundesversammlung am 
22sten Juny 1818. — Für Bayern vgl. Wolf^ über den 
gegenwärtigen Zustand des Buchhandels in Bayern. 
München 1827. p. 27 ff. 

ff) Vgl. die oben Not. i angefahrten Beylagen 6 
und 7 zum Protokolle der Sitzung der deutschen Bun- 
desversammlung am Uten Februar 1819 und das Pro- 
tokoll der achten am 24stenMärz 1825 gehaltenen Siz« 
zung der deutschen Bundesversammlung. 
SS) ^S'* ^^® ^en angeführte Citate. 
hh) Unterm 16ten August 1827 erliessen S. M. der 
Konig von Preussen eine allerhöchste Kabinetsordre an 
das Ministerium, wegen Einleitung einer Vereinbarung 
mit den einzelnen Staaten des deutschen Bundes zum 
Zweck gemeinschaftlichen Schutzes der Rechte der Schrift- 
steller und Verleger wider den Büchernachdruck. Die 
in Folge derselben von dem königl. preuss. Ministerium 
der auswärtigen Angelegenheiten mit den betreffenden 
Regierungen gepflogenen Verhandlungen haben zu dem 
erfreulichen Resultate gefiihrt, dass bereits die nach- 
genannten deutschen Bundesstaaten sich mit Preussen 



— 64 — 

gegen den Nachdrück vereiniget habeti: das Königreich 
Hannover; das Königreich Sachsen; das Grossherzog- 
thum Hessen; das Hensogthum Oldenburg; daiä Fürsten- 
thum Schaumburg-Lippe; das Herzogtfaum Braunschweig ; 
die Fürstenthünier Schwarzburg-Sondershausen, Schwarz- 
burg^Kudolstadt und Lippe-Detmold; das Uerzogthum 
Nassau; das Fürstenthum HohenzpUern-Sigmaringen; das 
Herzogthum Sachsen-Coburgund Gotha; die frejen Han- 
sestädte Lübeck und Bremen; ferner: die Grossherzog- 
thümer Mecklenburg^-Schwerin und Strelitz; das Herzog- 
thum Sachsen*- Altenburg; das Fürstenthum Hohenzollern- 
Hechingen; das Herzogthum Anhalt Bernburg; die Für- 
sten thümer Reuss*Schleitz und Reuss*-Plauen ; das Her- 
zogthum Anhalt-Dessau; das Gtossherzogthum Baden; 
die Herzogthümer Holstein und Lauenburg (siehe : Gesetz- 
sammlung für die proussischen Staaten, 1827, Nro« 17^20, 
21 u. 22, 1828, Nro. 1, 2 und 3). Die Schwierigkeiten, 
welche, dieser Verträge ungeachtet, dem Verdrängen 
des Nachdrucks entgegenstehen, schildert Perthes a« a. 
O. p. 32. trefflich mit folgenden Worten: Diese Ver-» 
träge in Wirksamkeit zu bringen, witd von der Auf- 
merksamkeit und Thätigkeit der proussischen Buch- 
händler abhängen ; freylich mit Opfer an Zeit und Mü- 
he ; denn bey jedem eintretenden Falle muSs aufs neue 
bey jedem in dieser Verbindung mit Preussen stehen- 
den Staate , nach Massgabe des besonders statt finden-* 
den Vertrages und der im Lande besonders gegebenen 
Verordnung, auf Verbot und Strafe des Nachdruckes 
angetragen werden. Der (nichtpreussische) Buchhändler 
eines mit Preussen im Vertrag stehenden Staates, muss 
durch Preussen auf die andern mit ihm in Verbindung 
stehenden zu wirken suchen; z. B. der mecklenburger 
Verleger kann in Hamburg, wenn ihm hier ein Buch 



— 65 — 

nachgedruckt werden sollte , nicht klagen , denn seine 
Regierung steht mit der Hamburgischen nicht in Ver- 
trag , mit Preussen beyde , und durch dieses konnte 
vielleicht eine Einwirkung gegen solchen Nachdruck 
erwirkt werden. 

n) Yergl. Vertrag der Buchhändler über einige Ge- 
genstände ihres Handels, XVIIL in Rössig, Buchhan- 
delsrecht p. 461. Marburger Wochenblatt 7ter Jahrg. 
Nro. 27 und 28 (erster Vorschlag) , Nro. 33 und 34, 35 
und 36; Nro. 41 und 42 (enthält beachtenswerthe Be- 
trachtungen über die Lage der Sortimentshändler an 
Orten, wo Nachdrücke zu verkaufen von der Obrigkeit 
nicht verboten ist), Nro. 47 und 48. 8ter Jahrg. Nro. 3 
und 4, Nro. 5 und 6, 7 und 8, 15 und 16. 

*) Ueber das vorgeschlagene Mittel der Retorsion 
vgl. Perthes a. a. O. p. 35. 

*) Ueber die Nachtheile des Nachdrucks auf die 
literarische Thätigkeit vgl. Perthes a. a. O. p. 30. 

kk) Ein Anschliessen der noch übrigen Bundes« 
Staaten zu den Not. hh Erwähnten würde eine frej- 
willige Vereinbarung sämmtlicher Bundesglieder zu 
Stande bringen, wo dann die der Vereinbarung zu 
Grunde liegenden Normen ein Bundesgesetz bilden wür- 
den. Wiener Schlussacte Art. LXIV. (Emminghaus^ 
IL Th. p. 703). 

U) Ueber das Gestatten von Nettopreisen an Nicht- 
Buchhändler vergl. Vertrag der Buchhändler über ei- 
nige Gegenstände ihres Handels, 1804. I. in Rösstgj 
Buchhandelsrecht p. 449 und X. ebend. p. 458. A. M. 
SchaHachery frejmüthige Bemerkungen über den Zustand 
des Buchhandels etc. 1803. p. 10 ff. p. 21 , 22 und 23. 
Marburger Wochenblatt 5. Jahrg. Nro. 20 (30), Nro. 22 (1) 
Nro. 26 und 27 (2), Nro. 35 und 36 (1); 6ter Jahrg. 



— 66 — 

Nro. 17 und 18 (4), Nro. 28 (1), Nro. 34 (2 und 4), 
Nro. 40 und 41 (4) , 7ter Jahrg. Nro. 1, 2, 3, 4. Nach« 
trag XL (vorzüglich) Nro. 27 und 28 (zweiter Vorschlag) 
Nro. 47 und 48; 8ter Jahrg. Nro. 21 und 22. 

mm) Yergl. Vertrag der Buchhändler etc. XI. JRS«- 
iig p. 458. Erklärung mehrerer Berliner Buchhändler, 
dass sie die Preisdifferenz eines jeden Buches, welches 
vom Verleger herabgesetzt wird, und das sie zum vollen 
Ladenpreise mit dem üblichen Rabatt bezahlt haben, 
wenn sie solches erweislich noch auf dem Lager haben, 
zur Last schreiben, oder, wenn solches dem Verleger 
angenehmer seyn sollte, ihm selbes zu dem Preis, wofür 
sie es empfangen haben, auf seine Kosten remittiren 
werden. Marburger Wochenblatt 5ter Jahrgang Nro. 26 
u. 27 (4). Eine ähnliche Erklärung daselbst 7ter Jahrg. 
Nro. 43 und 44 (18). 

nn) Von dieser Verpflichtung wird jezt sehr häufig 
abgewichen; die einschlägigen Citate werde ich da-^ 
her weiter unten, wo von diesem Abweichen die Bede 
ist, mittheilen. ^ 

ooj' Ueber das Subscriptions- und Pränumerations« 
Wesen und Unwesen vergl. Marburger Wochenbl. 6ter 
Jahrg. Nro. 14 und 15 (2), Nro. 20 und 21 (1), Nro. 28 
(2) , Nro. 34 (1 und 3) , Nro. 52 (Nachtrag VII. [vor- 
züglich]) ; 7ter Jahrg. Nro. 25 und 26, Nro. 37 und 38, 
Nro. 47 und 48 ; 8ter Jahrg. Nro. 5 und 6. — Eine Er- 
klärung der sämmtlichen Sortiments - Buchhandlungen 
Bayerns in dieser Beziehung findet sich im Marburger 
Wochenblatt 8ter Jahrg. Nro. 19 und 20. 

pp) Das Verfahren so mancher Buchhandlung, die 
Subscribenten - und Pränumeranten - Sammlungen nicht 
den Sortimentshandlungen zu überlassen, sondern Drit- 
ten zu übertragen, muss hier als regelwidrig bezeichnet 



— 67 — 

liverden« Man vergleiche hierüber das von mir in: 
„Ueber den gegenwärtigen Zustand des Buchhandels in 
Bayern" p. 49 ff'. Gesagte» Kommen ja jetzt sogar Mu- 
sterreiter von Buchhandlungen (von selbstverlegenden 
Auetoren sind sie schon länger bekannt) vor! Yergl. 
Marburger Wochenblatt 5ter Jahrg. Nro 9 und 10 (23). 

qq) Bössig, Handbuch des Buchhandelsrechts $. 29, 
30 und 31. Nebstdem haben die Leipziger Buchhänd- 
ler noch das Privilegium, dass alle an sie abgehende 
und von ihnen abgesendete Pakete auf Kosten des Ab- 
senders oder Empfängers zu geschehen haben. Yergl. 
Bender^ Handelsrecht I. Th. p. 261. 

rr) Rösstg 1. c. $• 28 p. 311. — Leuchs, Handels- 
system p. 112. 

ss) Rassig I. c. $• 26 p. 310. So bedeutend dieser 
Rabatt erscheinen mag, so sehr verschwindet dieser 
Schein, wenn man das oben Not. o; Gesagte betrachtet. 
Es ist nicht oft genug zu wiederholen, dass dieser Ra- 
batt Ersatz für alle Unkosten des Sortimentshändlers 
sey, und ihm nebstdem noch den nöthigen Gewinn ab- 
werfen müsse. Mit diesem Rabatte hat der Buchhändler 
zu bestreiten: 1) Porto und Fracht. Wie bedeutend 
diese Ausgabe sey, zeigt sich, wenn man bedenkt, dass 
der Sortimentshändler eine Menge von Büchern erhält, 
die er wieder remittiren muss, und wofür er, wenn sie 
über Leipzig gehen, nach dem Not. qq Gesagten, auch 
die Rückfracht zu tragen hat. Gesetzt also z. B. ein 
Sortimentshändler macht in einem Jahre um 9000 fl. 
Ladenpreis Gesphäfte, so würde das Volumen des Pa- 
piers gleich seyn 140 Ballen ; gesetzt jedoch, mit den 
Remittenden mache das Volumen 150 Ballen Papier, 
jeder Ballen zu I Zentner, gäbe 150 Zentner; gesetzt 

ferner, der Sortimentshändler wohne in einer solchen 

5* 



— 68 — 

Entfernung von Leipzig , dass er für 1 Ztr. 8 fl. Fracht 
zu bezahlen habe, so macht diess schon 1200 fl. 2) Die 
Zollabgaben, den Ztr. bloss zu 6 kr. berechnet, betrügen 
15 fl. 3) Die Gebühren für die Bemühungen des Leip- 
ziger Empfangs - Commissionärs. 4) Die nothwendigen 
Ausgaben am Yerkaufsorte , als: für Ladenzins 250 fl., 
für einen Gehülfen 500 fl., für einen Markthelfer 150 fl., 
für Gewerbesteuer 35 fl. , in Summa 935 fl. 5) Allen- 
fallsige Verluste von seinen Abnehmern. 6) Zinsen 
für die für das Lager erkauften Bücher. Zu 33^ Proc. 
Rabatt betrüge dieser bey dem angenommenen Geschäfte 
3000 fl.; die Ausgaben Nro. 1, 2 und 4 jedoch 2150 fl.; 
blieben also dem Buchhändler für die Ausgaben Nro. 3, 
5 und 6 und für seinen Lebensunterhalt noch 850 fl* 
Man sieht hieraus, dass der Gewinn eines Sortiments- 
händlers nicht zu übermässig sej. Auch bej einem grös- 
seren Geschäftsbetriebe ist dasselbe der Fall; denn mit 
den Einnahmen steigen auch die Ausgaben verhältniss- 
mässig. — Würde die herkömmliche Provision unverhält- 
nissmässigen Gewinn abwerfen, so würde nunsere Vorfah- 
ren sich nicht so strenge daran gebunden haben. Man 
könnte zwar einwenden: die Zeiten haben sich verän- 
dert; gar manches ist wohlfeiler geworden, wie z. B. 
die Fracht. Zugestanden — dagegen ist aber auch gar 
manches theurer geworden, wie der Aufwand, welchen 
eine Familie von dem Stande eines Buchhändlers zu 
machen hat; es hat sich vermehrt die Menge der schlech- 
ten Zahler; es hat sich vermehrt die Gefahr, Laden- 
hüter zu bekommen, und so manches. Man kann meine 
Aeusserung für um so unpartheyischer halten, als ich 
selbst Gewinn davon hätte, wenn die Provisionen nie- 
driger wären. 

ii) Kössfg a. a. O. $r 17 p. 305 ff. 



— 69 — 

uu) BZssig a. a. O. $. 23 p. 309« 

w) Es warde oben schon erwähnt, dass der deutsche 
Buchhandel in seiner Eigenthümlichkeit eigentlich auf 
Messen sich ausgebildet habe. Von Mainz und Ursel 
zog sich der Buchhandel im 16ten Jahrhunderte nach 
Frankfurt am Main, wo, der vielen darin befindlichen 
Buchhandlungen wegen, eine eigene Gasse den Namen 
Buchgasse erhielt. Die Messe in Frankfurt trug dann 
naturlich sehr viel zum Verkehre mit Büchern bey. 
Yergl. Orthj von der Reichsmesse in Frankfurt am Main 
1765. 4to. Bossigj Handbuch des Buchhandelsrechts, 
$. 45 und 46. Bender j Handelsrecht, Th. 1. $• 118. 
KrünilZj Encjclopädie, Th. 7- p. 196 fF. — Die grosse 
Ausdehnung des Frankfurter Buchhandels, und die auf 
den Buchhandel überhaupt nöthige Aufsicht veranlasste 
Kaiser Rudolph II. 1579 und 1580 eine eigene Bücher- 
commission in Frankfurt zu ernennen. {Orth 1. c. p. 505.) 
Aufgabe dieser Commission, welche aus einem Com- 
missär und dem Reichskammergerichtsfiscale bestand, 
war: Aufsicht auf alle Verletzungen der kaiserlichen 
Druckprivilegien und auf die Beobachtung der Reichs- 
Polizej-Gesetze in Ansehung des Bücherwesens. Vgl. 
kaiserliches Patent vom 15ten März 1608. — {GersU 
lacher, Handbuch der deutschen Reichsgesetze IX. 
1197 ff.) — Sie war berechtiget, die Verbreitung der- 
jenigen Bücher, welche gegen die Reichsgesetze an- 
stiessen, zu verbiethen, und sie nach Umständen sogar 
zu confisciren ; eine eigentliche Censur vor dem Drucke 
hatte sie indessen nicht vorzunehmen. Vergl. von Berg, 
Handbuch des deutschen Polizeyrechts. Hannover 1802. 
Th. IL p. 357. Auch von Seite der Frankfurter Obrig- 
keiten erschienen verschiedene die Büchermesse betref- 
. fende Verordnungen. Vergl. Orth a. a. O. p. 499 ff. — 



- 70 — 

Bender y Handelsrecht Th. I. p. 255 ff. — Dadurch 
Wurde jedoch der Verkehr mit Büchern hie und da be- 
engt, die Censur Mrurde strenger, und von jedem zum 
Verkaufe ausgebothenen Buche musste eine nicht un- 
bedeutende Anzahl von Exemplaren dem Magistrate zu 
verschiedenen Zwecken gegeben werden. Vergl. jRofMg-, 
Buchhandelsrecht $. 26 p. 48 ff. — Bender, 1. c. $. 119 
p. 254. — Es war daher natürlich , dass die Messe in 
Leipzig, wo auch bedeutender Buchhandel getrieben 
wurde, den Vorzug vor der Frankfurter erhielt, da in 
Leipzig alle diese lästigen Vorschriften nicht bestanden ; 
seit dem Anfange des 17ten Jahrhunderts kam die Frank- 
furter Messe immer mehr in Verfall. Vergl. Bössig 
und Bender a. a. O. — Natürlich war der Versuch von 
Frankfurt, sich wieder diese Messe zurückzuziehen, na- 
türlich die Versuche anderer Länder, wie von Preussen 
und Bayern, die Buchhändlermesse in ihre Territorien 
zu verlegen ; allein bis jezt glückte noch keiner. Vgl. 
Bossig, Buchhandelsrecht ^. 27 und 28 p. 49 und 50. 
Die Ursache davon scheint mir weniger in den von 
BSssig 1. c. $• 29 — 38 aufgezählten Hauptstützen des 
Leipziger Buchhandels, als in der Natur des deutschen 
Buchhandels selbst zu liegen. Es gibt in Deutschland kei- 
nen provinziellen Buchhandel, welcher einzelne Kreise 
umfasste, der deutsche Buchhandel ist eigentlich gemein 
deutsch; desshalb gestattet er auch nicht verschiedene Mit- 
telpunkte, er kann bloss einen haben, und schwer möchte 
es sejn , einen anderen Punkt an die Stelle des kräftig 
stehenden zu stellen. Etwas anderes wäre es mit dem 
von mir an einem anderen Orte (über den gegenwärti- 
gen Zustand des Buchhandels in Bajern p. 15 ff.) an- 
geregten Vorschlage zu einer Buchhändlermesse f$r die 
ausländische Literatur« Diese verlangt keine solche Con- 



— 71 -* 

centricität, wie der deutsche Buchhandel, und wenn 
Bayern z. B. eine Messe für die Producte der französi- 
schen und italienischen Literatur, und Preussen eine 
solche für Englands Geisteswerke errichteten, so würde 
diess von unberechenbarem Yortheile, nicht nur in öco- 
nomischer, sondern auch in wissenschaftlicher Beziehung 
seyn. Natürlich müsste von Seite der Regierungen die 
Einleitung getroffen werden ; allein das, was sie zu thun 
hätten, wäre so wenig, im Verhältnisse des zu erreichen- 
den Yortheils, dass ein Versuch wohl gewagt werden 
könnte« 

tew) Diese Versendungs- und Empfangscommissio- 
nare befinden sich zwar gewöhnlich in Leipzig ; in neue- 
rer Zeit finden sie sich jedoch auch in Nürnberg, Ber- 
lin und Wien« Durch diese Commissionäre bildet sich nun 
die Manipulation folgendermassen : A in Riga, der ein 
auf den deutschen Buchhandel berechnetes Buch ver- 
legt, hat B in Leipzig als Versendungscommissionär, 
an den er Exemplare seines Buches frey einsendet, um 
dasselbe an alle mit ihm in Verbindung stehende Sor- 
timentshandlungen , deren jede ihren Empfangscommis- 
sionär in Leipzig hat, als Neuigkeit zu versenden. B 
gibt diese Nova nun in Leipzig an die Empfangscom- 
missionäre der Sortimentshändler ab , welche solche 
wöchentlich, oder nach Massgabe des Verbrauchs öfter 
oder seltener, durch die Post oder durch Fuhre auf 
Kosten des Empfängers absenden. C in Strasburg, der 
nach Empfang der ihm als Neuigkeit gesandten Exem- 
plare findet, dass sie für seine Abnahme nicht hin- 
reichen, verlangt deren mehr; allein er schreibt nicht 
an A nach Riga, sondern schickt an seinen Empfangs- 
Commissionär D in Leipzig einen Zettel, auf welchem 
die Anzahl der Exemplare, welche er verlangt, bemerkt 



— 72 — 

ist. D theilt dieBen Zettel dem Yersendangscommis-' 
sionar desA, dem B mit, welcher solchen expedirt, das 
Verlangte dem D zur Beförderung an C einhändigt, und 
den Zettel gelegenheitlich als Belege an A einsendet« 
YergL allgemeine deutsche Realencjclopädie oder Con« 
yersationslexicon. 6t^ Aufl. Leipzig 1824. II. Bd. p. 103« 
Hieraus ergibt sich wieder ein Grund, Warum der Buch- 
handel Leipzigs so gestiegen. 

xx) Yergl. Bossig, Handbuch des Buchhandels- 
rechts $. 22, 23 und 24, p. 308 und 309, und p. 450 ff. 

yy) Yergl. Rossig 1. c. ^. 25, p« 310. 

zz) Yergl. Rossig 1. c. $. 26. Ueber die Art zu 
berechnen vergl. Rossig 1. c. $• 28. Bender^ I. Th. p. 258. 

aaa) Man vergl. hiebey das oben unter YL 6e-> 
sagte nebst den einschlägigen Noten. 

bbb) Siehe Not. ss. 

*) Perthes a. a. O. p. 44. sagt über die Arbeit des 
Sortimentshändlers: Dieser eigentliche Buchhandel ist 
äusserst mühsam, erfordert rastlose Thätigkeit und Auf- 
merksamkeit. Beachtet der mit Arbeit belastete Sorti- 
mentshändler das so einfache Yerlagsgeschäft etc. 

cce) Ueber das Yerfahren der Cotta^schen Buch- 
handlung vergl. : a) wegen Schiller : Erklärung im In- 
telligenzblatte Nro. 8 zum Morgenblatte 1826; dagegen: 
Marburger Wochenblatt 5ter Jahrg. Nro. 50 und 51 (2). 
b) wegen Göthe: Marburger Wochenblatt 6ter Jahrg. 
Nro. 20 und 21 (3), Nro. 24 und 25 (2 und 3 [der lez- 
tere Aufsatz sehr gediegen]). — Bitte der churhessischen 
Buchhändler, sie mit Bestellung auf die Cotta'sche Aus- 
gabe der Göthe'schen Werke zu verschonen. (Casseler 
Zeitung Nro. 62, 1827. Marburger Wochenbl. 6ter Jahrg. 
Nro. 36, (1). Aehnliche Anzeige des Hrn. Sauerländer 
in Aarau. Ebendaselbst Nro. 36 (4). — Erklärung der 



— 73 — 

Cotta'schen Bachhandlung dagegen. Ebendaselbst Nro. . 
46 und 47 (4). - — Erklärung der Berliner Sortiments- 
händler, kein Exemplar anders zu verkaufen und öffent- 
lich anzuzeigen, als mit einer Preiserhöhung von 2 Thlm. 
Ebendaselbst Nro. 46 und 47 (3). — Das darauf er- 
schienene Circular der Cotta'schen Buchhandlung ist 
Beilage A. abgedruckt. Der Verfasser enthält sich 
jeder Bemerkung darüber, so viele dasselbe auch ver- 
anlassen könnte, und überlässt nach dem bisher Ge- 
sagten das Urtheil ganz seinen Lesern. 

ddd) Yergl. oben Not. mm. 

eee) Vergl. KrünitZy Encyclopädie 7ter Th. p. 194. 
— Bossig i Buchhandelsrecht p. 460. 

fff) Vergl. oben Not. //. Hier kömmt jedoch noch 
zu bemerken, dass oft die Verfasser vom Verleger sich r 
bedingen, dass derselbe ein Werk einer gewissen 
Classe von Käufern um den Nettopreis oder noch bil- 
liger ablasse. Unbezweifelt hat der Verfasser ein Recht, 
eine solche Bedingung zu setzen ; allein es möchte nicht 
wohl rathsam seyn, dass sie ein Verleger annehme, 
indem er immer der Gefahr ausgesetzt ist, dass ihn der 
Vorwurf treffe, er verkaufe unter dem Ladenpreise. 

ggg) Es lässt sich zwar nichts dagegen erinnern, 
wenn Sortimentshändler Kunden, welche bedeutende 
Einkäufe machen, einige Procente Rabatt gewähren; 
allein das Schleudern geht oft ins Gränzenlose. Man 
vergleiche hierüber : Marburger Wochenblatt 6ter Jahrg. 
Nro. 17 und 18 (4), 7ter Jahrg. Nro. 1 und 2. Nach- 
trag XI. Nro. 9 und 10, Nro. 21 und 22, Nro. 25 und 
26. — Merkwürdige Beispiele von Bekanntmachungen von 
Sortimentshändlem in dieser Beziehung finden sich im 
Marburger Wochenblatt 6ter Jahrg. Nro. 40 und 41 (3) ; 
8ter Jahrg. Nro. 11 und 12. 



— 74 — 

hhh) Yergl. Vertrag der Buchhändler etc. IIL in 
BSssig 1. c« p. 450 ff. Marburger Wochenbl. 5ter Jahrg^. 
Nro. 26 und 27 (16) , Nro. 35 und 36 (29) ; 6ter Jahrg. 
Nro. 3 und 4 (34), Nro. 52 (4); 8ter Jahrg. Nro. 19 
und 20. 

iii) Die zu dem Nachfolgenden nothige statistische 
Uebersicht gewährt die Beylage B augehängte tabella-» 
rische Zusammenstellung der deutschen Buchhändler. 
Yergl. auch hierüber: Für Yermehrung der Buchhänd-* 
1er - Etablissements : Marburger Wochenblatt. 5. Jahrg. 
Nro. 50 und 51 (1); 6. Jahrg. Nro. 11 und 12 (1). Ge- 
gen Yermehrung der JSuchhändler-Etablissements : Mar- 
burger Wochenbl. 6. Jahrg. Nro. 2 (3) , Nro. 3 und 4, 
5 und 6 (2), Nro. 7 und 8 (1), Nro. 14 und 15 (1), 
Nro. 48 und 49. Nachtrag lY. [vorzuglich]. 

hhh) Yergl. ausserordentliche Beylage Nro. 63 zur 
allgemeinen Zeitung 1828 (Bericht über die Ostermesse 
1828). 

*) Ygl. hierüber das von Perthes a. a. O. p. 50 ff« 
angeführte sehr Beherzigungswerthe. 

♦♦) Ygl. Perthes a. a. O. p. 38. ff. 

ül) lieber die Zweygroschen-Ausgaben vergl. Mar- 
burger Wochenbl. 5ter Jahrg. Nro. 11 und 12 (29); 6ter 
Jahrg. Nro. 14 und 15 (2), Nro. 19 (1), Nro. 28 (2), 
Nro. 35 (1) , Nro. 40 (1 und 2) , Nro. 42 und 43 (l), 
Nro. 44 und 45 (3), Nro. 52, (Nachtrag YIII. [Vorzüge 
lieh]) ; 7ter Jahrg. Nro. 29, 30, 37, 38, 43 und 44. 

mmm) Yergl oben Not. A. 

nun) Ausserordentliche Beylage Nro. 63 zur allge- 
meinen Zeitung 1828. 

ooo) Ueber das Nachtheilige der Novitäten - Zettel 
siehe : Marburger Wochenblatt. 6ter Jahrgang. Nro. 34 
(5). Ein eigener» Yorschlag findet sich in dem 5ten 



— 75 ~ 

Jahrgang des Marburger Wochenblattes Nro. 17 (1), 
der nämlich, besonders abgedruckte Titel dem Wochen- 
blatte beizulegen, indem das Beschauen eines schön 
gedruckten Titels oft zum Kaufen reize. !) 

t) Vergl. Perthes a, a. O. p. 38. fF. 

PPP) Ueber den gegen av artigen Zustand des Buch- 
handels in Bayern p. 9 ff. ^«.y VA)*^^ 

qqq) Man vergl. über die Pressfreyheit. Materia- 
lien zu einer allgemeinen Geschichte der Biichercensur 
in «/• Chr. Frhrn* von Aretins Beiträgen zur Geschichte 
und Literatur, vorzäglich aus den Schätzen der Münch- 
ner National- und Hofbibliothek, HL St., Sept. 1 806. p« 
609 ff., die Literatur der Ceusur enthaltend. — Deutsche 
Bundesacte vom 8ten Juny 1815. Art. 18 d (Emming^ 
haus, IL Bd. p. 644). — Vortrag des Bundestagsgesand- 
ten von Berg: Uebersicht der verschiedenen Gesetzge- 
bungen über Pressfreyheit, besonders in Deutschland. 
ProtocoUe der deutschen Bundesversammlung Bd. VI. 
p. 293. — Bundesbeschluss über die Pressmissbräuche 
vom 19ten Sept. 1819 {Emminghaus, IL Bd. p. 678 ff.) 
/. Chr. Frhrn. von Aretin : Wie darf man in den deut- 
schen Bundesstaaten über politische Gegenstände schrei- 
ben? Altenburg 1824. — Rudhart^ über die Censur der 
Zeitungen etc. Erlangen 1826. 

rrr) Siehe die Verfassung des Leipziger Börsen- 
vereins, vollständig abgedruckt in Beylage C, und dar- 
unter besonders Art. 6. 

sss) Siehe Ekers, Themis, Zeitschrift far practische 
Rechtswissenschaft, I.Band. I.Heft. Göttingen 1827. 
p. 188 ff. 

tu) Vergl. ausserordentliche Beylage Nro. 63 zur 
allgemeinen Zeitung 1828. (Bericht über die Ostermesse 
1828.) ,„ 



B e y 1 a g e !!• 



Beylage A* 
Die erste Lieferung der Taschen - Ausgabe von 

Goethe's Werken, 

bestehend in fünf Bänden, ist bereits fertig und er- 
scheint zur Ostermesse versprochenermassen. Format, 
Druck und Papier kommen mit der ersten Anzeige völ- 
lig ilberein , und die. Theilnehmer werden hoffentlich 
erkennen, dass hier ein lebender Autor selbst mit Bei- 
hülfe vorzüglicher Männer und einer aufmerksamen 
thätigen Yerlagshandlung Sorge getragen. 

Weimar, den 29sten März 1827. 

Goethe» 

Mit dieser Erklärung des Hrn. Verfassers verbin- 
den wir folgende Nachricht: 

1) Der bis zur Ostermesse dieses Jahr verlängerte 
Pränumerations-Termin von 1 Rthlr. 12 gr. sächs. 
oder 2 fl. 42 kr. rhein. wird mit der Ostermesse 
geschlossen. 

2) Für einige Gegenden lassen wir denselben aber 
fortdauern. Nach öffentlichen , uns jezt erst zuge- 
kommenen Erklärungen haben nämlich die HH. 
J. J. Bohne, Chr. Ga^the, J. L. Krieger u. Comp., 
und J. Luckhard in Cassel und Marburg, so wie 
II. R. Sauerländer in Aärau das Publicum ersucht, 
sie mit Bestellungen auf diese neue Ausgabe von 
Gölhe's Werken zu verschonen, weil dem Buch- 



— 77 — 

händler von der Verlagshandlung Bedingungen ge- 
macht \iorden seyen, welche eben so neu als un- 
erfüllbar seyn würden, indem man dadurch genö- 
thigt würde, den Herren Subscribenten für jede 
Lieferung besondere Berechnung über Porto, Fracht 
und Nebenkosten zu machen. 
Was wir den HH. Buchhändlern zugestanden, ist 
folgendes : 

ä) Bei 10 Exempl. IS^pCt. Rabatt. 

b) Bei 20 Exempl. etwas weniges unter 22 pCt. 

c) Bei 30 Exempl. etwas weniges unter 23 pCt. 

d) Bei 40 Exempl. etwas weniges unter 24 pCt. 

€) Bei 50 Expl. und mehr volle 25 pCt. oder ^ Rabatt. 

Dabei erklarten wir in unserer Anzeige, dass ur- 
sprünglich angenommen worden sey, ein reiner Gewinn 
von 10 pro Cent könnte genügen , dass aber wegen der 
Schwierigkeit, den Pränumeranten die Nebenkosten zu 
berechnen, oben erwähnte weitere Yortheile zugestan- 
den würden. 

Wir haben dadurch deutlich ausgesprochen, dass, 
wo jener Rabatt zureicht, keine Nebenkosten zu be- 
rechnen wären, wie diess namentlich bei den gedachten 
Herren im Cassel, Marburg und Aarau der Fall seyn 
wird; denn wenn sie die Exemplare auf dem gewöhn- 
lichen Wege zur Fuhre mit andern Büchern in Ballen 
beziehen, so können die Fracht- und Speditionskosten 
nicht wohl höher kommen , als 3| pCt. , so dass die 
Herren Buchhändler, wenn sie die Kosten tragen, doch 
immer 15 pCt. bei 10 Exempl. und 21^ pCt. bei 50 Expl. 
erhalten, ein Gewinn, mit dem Jeder gewiss zufrieden 
seyn kann. Aber da, wo Accise, Zoll, Geldcours 
noch grössere Auslagen erfordern, wo auch die Fracht- 
kosten bedeutender werden, was z. B. bei Kopenhagen 



— 78 — 

und Moscau der Fall wird, haben wir uns angeboten, 
diess den Herren Pränumeranten zur Yergütung anzu- 
zeigen; wo diess aber nicht der Fall ist, wie z« B« in 
der Schweiz bei Herrn Sauerländer, da glaubten wir 
und glauben es^ dass die zugestandenen 15 bis 21 pCt« 
ein so bedeutender Gewinn sei, dass sich Jeder damit 
wohl begnügen könnte, und wir würden uns sehr reich* 
lieh belohnt fühlen, wenn uns nur die Hälfte dieses 
Gewinns zufiele; auch möchten wir jene Herren nicht 
fragen,' ob sie bei ihrem gewöhnlichen Sortiments- Ge- 
schäft auf einen solchen Gewinn rechnen können? Eine 
lange Erfahrung lässt uns diess sehr bezweifeln. — In- 
zwischen, da sie sich nicht mit der Pränumerations- 
Sammlung befassen wollen, so glauben wir, von unse- 
rer Seite berechtigt worden zu seyn , in jenea Gegen- 
den jedem ParticuUer den gleichen Rabatt anzubieten, 
und wir lassen daher für diese Gegenden, wo gedachte 
Herren ihre Yerkaufssprengel haben, den Pränumera- 
tionspreis bis Michaelis in der Masse bestehen, dass, 
wer bei uns direkt 12 Exempl. und darüber bestellt, 
immerhin den vierten Theil Rabatt erhält, und ver- 
sichert seyn kann, dass, so wie wir dem Buchhändler 
keine Emballage berechnen, wir auch dem Pränume- 
ranten- Sammler keine berechnen, und die billigste Fracht 
accordiren werden, so dass sie voraussetzen dürfen, die 
Lieferung von 5 Bänden, welche im Pränumerations- 
preis 2 fl. 42 kr. R. G. kostet, werde, nach eben zuge- 
sagtem Rabatt und mit Einschluss der Fracht, etwa auf 
2 fl. 6 kr. zu stehen kommen — ja , wir wollen uns 
anheischig machen, für diesen Preis die Exemplare frei 
zu liefern« 

Stuttgart und Tübingen, den 13ten April 1827. 

J. G. Cotiasche Buchhandlung* 



— 79 — 



Beyhge B. 

Tabellarische Zusainmen^^tellung 

der 

deutschen Buchhändler 

nacli ihren Wohnorten. 



Die Jalire 1828 — 1822 incl. aus: Vcrxeichniss derjenigen Buch-» 
Kunst- lind Miisicalienhändler, welche in Leipzig, Nürnberg, 
Berlin und Wien Commissionäre haben. Das Jahr 1778 aus: 
Kriinitz Encyclopädie Tter Bd. 



Orte. 1 


1828 


1827 


1820 


1821 


18231 


1822 1778 j 


\acheu 


4 


4 


3 


3 


3 


4 




\arau 


1 


1 


1 


1 


1 


1 




Abo 


1 


1 


1 


i 


1 


I 


— 


Altenburg 


4 


4 


4 


4 


4 


3 


1 


Altona 


2 


2 


2 


3 


3 


3 


1 


Amberg 


2 


2 


1 


1 


1 


i 


— 


Amsterdam 


2 


2 


2 


2 


2 


2 




Annaberg 


2 


2 


2 


2 


2 


1 


— 


Ansbach 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


Antwerpen 


1 


1 


— 


— 




— 


— 


Arnsberg 


1 


1 


1 


— 






— 


Arnstatt 


2 


2 


1 


1 


1 


1 


— 


AroUen 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


— 


Aschaffenburg 


1 


1 


1 


1 


1 


i 


— 


Aschersleben 


1 


1 






— 


— - 


— 


Augsburg 


13 


8 


8 


5 


6 


5 


4 


Augustenburg 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


— 


Bamberg 


5 


5 


6 


6 


6 


4 


1 


Bartenstein 


1 


1 


1 


— 




— 




Basel 


6 


6 


6 


4 


4 


4 


3 


Bautzen 


2 


2 


2 


1 


1 


1 


2 


Bayreuth 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


Berlin 


63 


58 


57 


52 


51 


51 


13 


Bern 


3 


3 


3 


3 


3 


3 


2 


Bielefeld 


1 


1 


] 


1 


1 


1 




Bonn 


5 


6 


5 


4 


4 


5 




Latus I 


127 1 


U8 1 


112 1 


99 1 


99 1 


cjb 1 


29 



~ 80 — 



Orte. 1 |1828 1827 1820 1824 1823 1822 1778 1 


Transport 


127 


IA8 


112 


99 


99 


96 


29 


Brandenburg 


1 


I 


1 


1 


1 


1 


1 

i 


,Braunscliiveig 


9 


9 


8 


8 


8 


8 


4 


jBrenien 


3 


3 


3 


3 


3 


3 


2 


jBreslau 


12 


11 


10 


10 


10 


10 


5 


jBroniberg 


2 


2 


1 










Brunn 

1 


3 


3 


3 


2 


2 


2 




Brüssel 


3 


3 


1 


2 


1 


i 





Bunzlau 


1 


1 


— 










Calw 




— . 


— 


— 


1 







Cannstadt 


1 


1 


i 


1 




— 




Carl sb ad 


1 


1 


1 


1 


— 






Carlsriilie 


9 


7 


6 


5 


4 


4 


l 


Cassel 


3 


3 


4 


4 


4 


4 


2 


Celle 


1 


1 


1 


1 






3 


Chcinnits 


2 


a 





2 


2 


2 


2 


Christiania 


2 


2 


— 


— 


1 


1 




Clcvc 


1 


1 




— 


— - 


— 


1 


Coblenx 


4 


2 


2 




4* 


2 2 


— 


Coburg 


6 


6 


6 


5 


4 4 


1 


Cösfeld 


1 


-«^ 




— 


— 


— 


— 


Cöln 


9 


8 


6 


6 


6 


5 


1 


Constanx 


2 


2 


2 


i 


1 


1 


— 


Copenbagen 


6 


6 


5 


6 


7 


7 


4 


Cöslin 


1 


1 


1 








„..^ 


Cöthen 


1 


1 


i 


1 


1 


1 


1 


Cottbus 


2 


2 


—* 




_ 


-^ 




Crefeld 


2 


2 


2 


2 


I 


» 1 


Cronstadt 


1 


1 


1 


i 


— 


1 


Cüstrin 


1 


1 


*— 








— 


Czernowitz 


1 


— • 






-^ 






,Dan2ig 


3 


2 


2 


3 


3 


2 


a 


iDarinstadt 


3 


3 


3 


3 


3 


3 




iDessau 


2 


1 


1 


1 


1 


1 


•^ — 


Dillingen 


1 


1 


"-~ 


i 


*— 




— — 


Dinkclsbübl 


1 


1 


*— " 


— 


_ 


•"•*^ 


— 


Dortmund 


1 


1 


1 


1 


1 


* 


— 


Dresden 


10 


11 


8 


7 


5 


4 


3 


Düsseldorf 


6 


5 


5 


5 


5 


5 




jEbnat 


i 


1 




— 




- 


— 


Latus 1 


246 


'227 


200 


|i84 1 


176 1 


168 


62 



— 81 — 



Orte. |1828 1827 1826 1824 1823 1822 1778 1 


Transport 


>46 


227 200 


184 


176 


168 


62 


Eichstädt 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


— 


Eisenach 


1 


1 


1 


1 


1 


X 


1 


Eisenberg 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


— 


Eisleben 


1 


..^ 


. — 




1 


1 


— 


Elberfeld 


6 


4 


3 


3 


3 


3 


— 


Eiiwangen 


i 


1 


1 


1 


1 


1 


— 


Emden 


— 


— . 


— - 


1 


1 


1 


— 


Erfurt 


5 


5 


5 


5 


5 


4 


2 


Erlangen 


4 


4 


4 


4 


4 


4 


1 


Eschwege 


1 




— 


— 


— 




— 


Essen 


1 


1 


i 


1 


1 


1 


— 


Flensburg 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


Frankfurt a/*M. 


25 


25 


22 


20 


19 


18 


10 


Frankfurt a/O. 


3 


3 r 2 


2 


2 


2 


1 


Freiberg 


2 


1 


1 


1 


1 


i 


— 


Freiburg 


3 


3 


3 


2 


2 


2 




Fulda 


1 


1 


1 


1 


1 


— 


— 


Fürth 






— 


1 


1 


1 


— 


St. GaUen 


1 


1 


1 


1 


1 


1 




Genf 


— 


.— » 


— 








1 


Gera 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


— 


Giessen 


4 


3 


3 


3 


3 


2 


1 


Glauchau 


1 


1 


1 


1 




— 


— 


Glogau 


2 


3 


3 


3 


3 


3 


1 


Gmünd 


-— 






1 


1 


1 




Görlitz 


1 


1 


1 


2 


2 


2 


— 


Gosslar 


— 




..» 


^.^ 




1 




Gotha 


12 


12 


10 


10 


9 


8 


2 


Gothenburg 


1 


1 


1 


1 


1 


— 


— 


Göttingen 


5 


5 


5 


6 


7 


6 


4 


Grätz 


4 


4 


3 


3 


3 


1 


— 


Greifswalde 


2 


2 


2 


2 


2 


2 


1 


Greitz 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


— 


Grimma 


1 


1 


1 


1 


2 


— 


— 


Gröningea 


1 


l 


1 


1 


1 


1 


— 


Haag 


2 


2 


1 


1 


1 


1 




Hadamar 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


-^ 


Halberstadt 


4 


4 


4 


4 


3 


3 


1 


HaUe 


13 


15 


12 


12 


13 12 


11 


Latus . 


liöo 


338 


299 


285 

> 


^77 


258 


100 



— 82 — 



Orte. 1 


182811827 1820 1824 1823 1822 177S| 


Transport 


360 


338 


299 


285 


277 


258 


100 


Hanau 


..^ 




1 


1 




— 


1 


Hamburg 


i3 


13 


9 


7 


6 


7 


8 


Hamm 


2 


2 


2 


1 


2 


1 




Hannover 


4 


4 


3 


3 


3 


2 


3 


Heidelberg 


6 


6 


6 


6 


6 


5 


— 


Heilbronn 


2 


2 


2 


1 


1 


1 


1 


Helmstädt 


l 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


Helsingfort 


1 


1 


1 


— 




— 




Hermannstadt 


1 


1 


1 


1 




— 


— 


Hersfeld 


1 


1 


— 


— 


— 


— 


1 


Hildburghausen 


1 


1 


l 


1 


1 


1 


1 


Hildesheim 


2 


2 


1 


1 


1 


1 


— 


Hirschberg 


3 


3 


3 


3 


2 


2 


— 


Hof 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


Jena 


8 


8 


6 


6 


6 


6 


6 


Ilmenau 


1 


1 


1 


1 


I 






[ngols tadt 


1 


1 


1 


— 


— 


— 


. — 


Insbruck 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


. — 


Itzhehoe 


1 


1 


— 


— 




— 




Keilhau 


1 


1 


— 


— 




— 


— 


Kempteii 


2 


1 


— 


— 


— 




— 


Kiel 


1 


2 


2 


1 


1 


1 


— 


Kitzingen 


1 


1 


1 


1 


1 


— 


— 


Klagenfurt 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


• — 


Königsberg 


3 


3 


3 


3 


3 


3 


2 


Kreutznach 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


« ^^iV« 


Landsberg 


1 


i 


* 


— 


— 


. — 


_ 


Landshut 


2 


2 


4 


4 


3 


3 


— 


Langensalze 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


1 


Lauban 


— 




— 


— 


— 


-T- 


1 


Lausanne 




— 


— . 


— 


•: 





1 


Laybach 


1 


l 


I 


1 


1 


1 




Leer 


1 


— 


— 






— - 


— 


Leipzig 


74 


72 


67 


62 


61 


59 


26 


Leitmerits 


1 


1 


1 




— 





— 


Lemberg 


2 


2 


2 




2 


1 


— 


Lemgo 


1 


1 


1 


• 


1 


l 


1 


Leyden 


1 


1 


1 




1 


1 


3 


Liefcnitz 


2 


2 i 2 


2 


1 


1 


1 


Latus 


|5o6 


48 i 


1427 


|4oo 


3SÖ 


|36o 


U59 



^ 83 - 



Orte. 1 


1 828 1 1 827 1 1826 11824 1823 I822|in3|| 


Transport 


506 


481 


427 


4oo 


386 


360 


159 


Lindau 








— 


— 




1 


Liugen 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


. — 


Linz 


3 


2 


2 


2 


2 


2 


— 


Lissa 


1 


1 




..... 


— 


— 


— — 


London 


7 


7 


6 


6 


7 


6 


1 


Lübben 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


— 


Lübeck 


3 


2 


2 


2 


2 


2 


2 


Ludwigsburg 


1 


1 


1 


— 




' — 


— 


Lüneburg 


1 


1 


1 


1 


1 


1 1 


Lüttich 


1 


1 


1 


i 


1 


1 — 


Luxenburg 


1 


— 


— 


— 




— 


— 


Luzeru 


2 


2 


2 


2 


2 


1 


" — 


F^yon 


— 




— 


m^ 


— 


— 


1 


Magdeburg 


3 


3 


3 


4 


4 


4 


2 


Mailand 


1 


1 


1 





— 


. — 


mmm 


Mainz 


6 


6 


4 


4 


4 


2 


— 


Mannheim 


4 


4 


4 


3 


2 


2 


2 


Marburg 


2 


2 


2 


2 






1 


Meiningen 


i 


1 


1 


1 






— 


Mcissen 


2 


2 


2 


1 




1 




Merseburg 


2 


2 


2 


1 






»— . 


Minden 


2 


1 


1 


1 


* 




— 


Mitau 


1 


1 


^ — 


_ 




. — 


1 


Moskau 


1 


1 


1 




— 




-.-—■ 


Mühlhausen 


2 


2 


1 


■ ' 






— 


München 


14 


12 


7 


7 


8 


8 


_ 


Münster 


4 


4 


4 


4 


3 


4 


1 


Naumburg 


3 


2 


2 


2 


2 


2 




Neisse 


2 


2 




— 


— 


— 


— 


Neubrandenburg 






1 






1 


, — 


Neustadt a. d. Orla 






1 






1 


. — 


Neustrelitz 






1 






1 


. — 


Neuwied 






1 






_ 




Nordhausen 






1 






1 


1 


Nördiingen 






1 






1 


1 


Nürnberg 


22 


19 


20 


20 


19 


19 


12 


Odessa 






— 


— 





— 


— 


Oedenburg 




1 


1 


1 


1 


1 




Offenbach 


4 


3 


2 


2 


2 


2 


— 


1 Latus 


I612 


I575 


I508 


475 


1459 


1429 


186 



— • 84 — 



Orte. 1 


1828|1827 1826|i824 1823 1822 1778 j 


Transport 


6l2 


575 


508 


475 


459 


429 18Ö 


Oldenburg 


1 


1 


1 


1 


1 


1 . — 


Osnabrück 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


Osterode 


1 


1 


1 


1 


^^ 


— 




Paderborn 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


— 


Paris 


10 


10 


8 


8 


3 


2 


— 


Passau 


2 


1 


1 


1 


1 


1 




Penig 


1 


1 


1 


1 


2 


1 


— 


Pesth 


4 


3 


3 


3 


3 


3 


— 


Petersburg 


3 


3 


4 


6 


5 


4 


— 


Philadelphia 


1 


1 


1 


— 


*— 


1 


•— 


Pirna 


1 


1 


— 


-— 


— 


— 




Plauen 


2 


2 


2 


1 


1 


1 


.»• 


Posen 


3 


3 


3 


4 


3 


1 


1 — 


Potsdam 


2 


2 


2 


I 


i 


1 


— 


Prag 


18 


15 


12 


ii 


9 


7 


2 


Prenzlau 




1 


1 


1 


1 


1 


— 


Pressburg 


3 


3 


2 


2 


2 


2 


1 


Pyrmont 




1 


1 


1 


1 


1 


— 


Quedlinburg 




2 2 


2 


2 


2 


1 


Rathenov 




* ^ 


1 


1 


— 




Ratibor 




1 


1 


1 


1 


1 


— 


Ravensburg 




1 

1 


1 


— 


— 




— 


Regensburg 


4 


4 


3 


2 


2 


2 


2 


Reyal 




— — 


— 


1 


1 


1 


— 


Reutlingen 




— 


— 


— 




— 


— 


Ried 




—— 


— — 


— 


— 


— 


— 


Riga 




4 


3 


3 


3 


3 


1 


Rinteln 




1 


— 


— 


— 




1 


Rochlitx 




• — 


-^ 


— 


— 


— 


— 


Rom 






1 




— 


— 


— 


Ronneburg 






1 




1 


1 


— 


Rostock 






1 




1 


1 


1 


Rothenburg 










— 


i 


— 


Rotterdam 






1 




1 


— 


— 


Rottweil 






1 




1 


1 


— 


Rudolstadt 


2 


2 


2 


2 


2 


2 


— 


Salzburg 


3 


3 


2 


2 


2 


2 


— 


Schlesswig 


2 


2 2 


2 


2 


1 


— 


Schmalkalden 


2 


2 1 


1 


1 


I 


— 


Latus . 


I702 


655 


I576 


542 


515 


1477 


1195II 



— 85 — 



Orte. 1 


1828 


1827 1826 1824 1823 1822|1778l| 


Transport 
Schneeberg 


-02 

• 


05o 


57Ö 


542 


515 


477 


»95 


, — . 




— 




1 






Schnepfenthal 


1 




1 


1 


1 


1 




Schwabach 


1 




1 


_ 


_— . 


— 


•i. 


Schwelm 


1 




1 


1 


1 


1 


... 


Schwerin 


I 






— . 


..— . 






Solothurn 


1 




1 




... 


-. 


_ ; 


Sondershausen 


1 




1 


1 


1 


2 


— 


Sorau 


1 




1 


1 


1 


1 


1 


Speyer 


2 




1 


1 


1 


l 


— * 


Stade 


1 




.— 


1 


1 


1 


_ 


Stargard 


2 




1 


1 




— 


— 


Stendal 


1 




1 


1 


1 


1 


— 


Stettin 


3 


2 


1 






_ 


1 


.Stockholm 


1 


2 


2 


3 


3 


2 


1 


Stralsund 


2 


2 


2 


2 


2 


1 


_ 


Strassburg 


2 


3 


3 


2 


2 


2 


2 


Straubing 


1 


i 


1 


1 


l 


1 


— 


(Stuttgart 


lO 


lO 


8 


7 


6 


5 


2 


Sttlzbach 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


— 


Tarnow 


1 


1 


1 


— 


— 


... 


_ 


Tilsit 


1 




— 


1 


1 


1 


— i 


Torgau 


1 


1 


— 








""" i 


Thorn 


_ 


1 


1 




— 






Trier 


3 


2 


2 


2 


3 


3 


— 


Tübingen 


4 


3 


3 


3 


3 


3 


2 


Ulm 


3 


3 


3 


3 


3 


3 


3 


Upsala 


1 


1 


— 


— 


— 




— 


Utrecht 


i 


1 


1 


i 


1 


1 




Warschau 


3 


3 


3 


3 


3 


2 




Weimar 


4 


3 


3 


3 


3 


3 


1 


WeissenfeU 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


.— 


Wesel 


3 


3 


1 


1 


1 


1 


— 


Wien 


4o 


39 


31 


33 


3.1 


29 


8 


Wiesbaden 


2 


2 


2 


2 


2 


2 


— 


Wilna 


2 


2 


2 


2 


2 


3 


«— 


Winterthur 


1 


1 


1 


l 


1 


1 


— 


Wismar 




— . 


1 






— . 


1 


Wittenberg 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


2 


Wolfenbüttel 


2 


1 2 


l 


1 


1 




II Latus . 


Iso:^ 


757 


1662 


1624 


5J7 


55 2 


219 



— 86 — 



Orte. 1 


18i8 1827 1826 1824 182311 822 11778|| 


Transport 
Würiburg 
Zeitz 


809 

3 

1 


757 
3 
1 


662 
2 

1 


Ö24 

2 

1 


597 

1 

1 


552 
1 
1 


219 

1 


Zerbit 


2 


2 


1 


2 


2 


2 


• — 


Zittau 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


1 


Zug 
ZüUichau 


i 
1 


1 
1 


1 


1 


1 


1 


1 


Zürich 
Zwickau 


7 
2 


7 
2 


7 
2 


7 
2 


7 

1 


7 

1 


1 


Sumjuu 


|S27 


775 


I077 64o |6ii 


566 I223 9 



Beylage C. 

Leipzig, in der Jubilatemesse 1827« 

Hochgeachtete Herrn! 

Das Bediirfniss fester, geregelter Grundsatze wurde 
von allen ehrenwerthen Handelsgenossen längst gefühlt ; 
Wünsche wurden gehegt und viele Gedanken Jahre lang 
ausgetauscht; — dieser Messe aber war es vorbehalten^ 
die Bahn zu brechen ; das Wort erwuchs zur That. 

Welche Grundsatze ausgesprochen, finden Sie in 
der Beilage ; sie sollen als Grundlage dienen einer Bör- 
senordnung, welche im Laufe dieses Jahres vorbereitet 
dann der Prüfung unterstellt werden; und — nach er- 
haltener Sanktion • — künftiges Jahr in Kraft treten soll. 
Keinerley Egoismus, keine Beeinträchtigung der Han- 
delsfreyheit , sondern nur Ordnung wird bezweckt, und 
daiEu werden alle weitere , ordnungsliebende Collegen 
gewiss gern beitragen ; sie werden das Gute unter- 
stützen, es willig fördern. 



— 87 — 

Wir bitten Sie , verehrte Herrn Collegen , Alle , 
und Jeden von Ihnen insbesondere, uns nun , im Laufe 
dieses Sommers , Ihren Kath, ihre Vorschläge, Bemer- 
kungen oder Wünsche gütigst mitzutheilen , damit ein 
reifes Werk hervorgehe aus dem allgemeinen Willen , 
nicht aus einseitigen Theorien* 

In Gemässheit des $• 4. der gefassten Beschlüsse 
geschah auch die Wahl des Sekretärs und Cassiers, die 
Herrn Schräg, Keinherz und Voigt berief das allge-* 
meine Vertrauen : und sie bildeten nun , mit den Hrn« 
Horwath und Friedrich Campe, den Börsen - Vorstand, 

Zwar soll , nach ^. 3« am Schlüsse jeder Messe 
die Liste jeder börsenfähigen Buchhändler gedruckt 
werden ; allein wir haben es unsrer Pflicht geglaubt , 
diessmal den Termin bis lohannis hinauszusetzen , um 
jedem auswärtigen Collegen Zeit zu gönnen, auch sei- 
nen Namen unter den wirklichen, in den Börsenver- 
band aufgenommenen Mitgliedern zu finden ; diese Li- 
ste durfte vielleicht künftig interessant werden. Haben 
Sie demnach die Gute, schleunigst Ihren Herrn Com- 
missionär zu beauftragen , den jährlichen Beytrag für 
die allgemeine Börsenkasse mit 1 Rthlr. 12 Gr. sächs. 
an die Djk'sche Buchhandlung zu zahlen , welche die 
Güte gehabt hat, sich der Mühe des Empfangs zu un- 
terziehen. 

Hochachtungsvoll 

Der Börsen- Vorstand. 

Horwath« Friedrich Campe. Joh. Leon. Schräg. 

L. Reinherz. B- F. Voigt. 

Nachichr. Alle Mittheilungen in dieser gemein- 
samen Angelegenheit erbitten wir uns unter Couvert des 
Herrn Fried. Campe in Nürnberg. 



— 88 — 

.^cliim, Leipzig den 30. April 1828. 
Von säimatliehcn, auf der Börse yersaramelten deut- 
schen Buchhändlern, sind unter dem heutigen Tage 
p^chstehende Beschlüsse gefasst worden , welche als 
Grundlage der zu entwerfenden Börsenordnung dienen 
sollen. 

1) Die von den auswärtigen Buchhändlern gestif- 
tete und von ihnen mit Mobiliar und Utensilien verse- 
bene Buchhändlerbörse , ist ein 'öffentliches Institut , 
der gesammten Corporation gehörig, worüber auch und 
Twar alljährig, offene Rechnung abgelegt werden muss. 

2) Jeder unbescholtene Buchhändler hat das Becht, 
Mitglied dieser Börse zu seyn , aber auch die Pflichi , 
den jährlichen Beytrag zu zahlen, resp. durch den 
Commissionär zahlen zu lassen , möge er die Messe 
besuchen oder nicht« 

3) Am Schlus&e jeder Messe wird die Liste der- 
jenigen Buchhändler gedruckt, welche ihre Beiträge ge- 
zahlt haben also b'örseufäMg sind. 

4) Die Angelegenheiten der Gesammtheit werden 
besorgt durch a) den Börsenvorsteher, b) den Sekre- 
tär, c) den Cassier,und diese drey, aus freyer Wahl 
berufene und ohne Besoldung dienende Männer, bilden 
den Börsen - Vorstand» 

5) Der Börsen - Vorstand hat zuvorderst auf zweck- 
mässige Einrichtung des Börsenlocales zu sehen; dar- 
über zu wachen, dass sich Ungeeignete nicht ein- 
drängen ; er hat die Geldcurse bekannt zu machen , 
Missbräuche abzustellen, Ordnung zu handhaben, Mit- 
theilungen zu machen, und das Interesse des Buch- 
handels nach Kräften zu vertreten, zu welchem Zw ecke 
auch die Kasse der jährlichen Ueberschüsse dient. 



— 89 — 

6) Da der Buchhandel das Territorium der Gelehr» 
ien-Bepuhlik isi^ $o kann dem GeschäfCskreise der Buch- 
händler auch eine freye Verfassung zusagen. Dem- 
nach muss der Vorstand an dem zweyten Mess ^ Sonn- 
tage j jedes Jahr, eine ojfeutliche Versammlung in dem 
Borsefilacale halten , und da a) Rechenschaft seiner 
Thätigkeit im Laufe des Jahres ablegen , b) allgemeine 
Beschlüsse der Gesammtheit zur Sanciion vorlegen , c) 
Vorschläge anhören und der Debatte uutetsiellen , wor^ 
über formliche Protokolle aufgenommen werden, welche die 
Grundakten des BucUiandels bilden und mit der Zeit zu 
einem Archiv anwachsen können y wodurch unser Wirken 
auch den Nachkommen aufbewahrt und Manches viel" 
leicht von ihnen dankbar benutzt wird» 

7) Jedes Jahr findet die Wahl eines Mitgliedes des 
Vorstandes Statt, derniassen, dass niemals der ganze 
Vorstand ement wird, welches nachtheiiig für die Ge- 
schäftsführung wäre , sondern nur ein Drittel* Es ist 
demnach jedes Mitglied auf drey Jahre zum Dienst ver- 
pflichtet. Nach Ablauf der ersten drey Jahre , also cur 
Jttbilatemesse i828, entscheidet das Loos, wer snerst 
anssntreten hat. 

8) Sollte ein Mitglied sterben, dann wird dasselbe 
in der nächsten Messe durch eine neue Wahl ecsetst« 

d) Die Stimmen - Mehrheit entscheidet die Wahl ; 
derjenige , welcher die nächste Stimmenzahl hat, ist 
Ersatzmann und hat das aktire Glied des Vorstandes, 
erforderlichen Falls , zu vertreten. 

Folgen die Unterschriften von 106 Buehhändlern. 



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